Serie: Optimismus trotz Corona 13.11.2020, 10:45 Uhr

Nadja Perroulaz von Liip über Optimismus in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise verunsichert Gesellschaft wie Wirtschaft. Nadja Perroulaz, Co-Gründerin von Liip, erklärt, wie sie Mitarbeitenden und Kunden Zuversicht in unsicheren Zeiten vermittelt und wie sie dabei selbst optimistisch bleibt.
Nadja Perroulaz, Co-Gründerin, Liip
(Quelle: Liip)
Computerworld Schweiz: Wie behalten Sie Ihren Kampfgeist in Krisenzeiten?
Nadja Perroulaz: Weder das Leben noch die Arbeit schaue ich als Kampf an, sondern als Herausforderung und Chance. In Krisenzeiten versuche ich möglichst ruhig und überlegt zu bleiben und nicht überstürzt zu handeln. Krisen bieten immer Chancen und die versuchen wir bestmöglich zu nutzen.
CW: Wie vermitteln Sie Ihrem Team Zuversicht?
Perroulaz: In unserer Selbstorganisation setzen wir auf regelmässige, offene und transparente Information. In Zeiten, in denen plötzlich eine grosse Mehrheit nicht mehr vor Ort arbeitet, sind Informationen und Zusammenarbeit die Schlüssel zum Erfolg. Wichtig ist es, die Chancen möglichst klar aufzuzeigen, auch wenn diese schwer einzuschätzen sind - und auch auf Distanz für ein gutes Klima zu sorgen.
“In Zeiten, in denen plötzlich eine grosse Mehrheit nicht mehr vor Ort arbeitet, sind Informationen und Zusammenarbeit die Schlüssel für den gemeinsamen Erfolg„
Nadja Perroulaz, Co-Gründerin, Liip
CW: Wie stärken Sie in Krisenzeiten den Draht zum Kunden?
Perroulaz: Wir arbeiten mit ihnen aktiv daran, Innovationen voranzutreiben, die sie jetzt sofort stärken und gleichzeitig nachhaltig Wirkung entfalten. Wie etwa das neue Online-Ticketing des Zürcher Zoos: Warteschlangen, in denen man dicht auf dicht steht, fallen weg, die Planbarkeit steigt ebenso wie die Kundenzufriedenheit — und die Innovation lohnt sich in Windeseile. Gemeinsam sinnvolle Ziele zu erreichen, das stärkt Beziehungen am besten.
CW: Wie kann die Schweizer ICT-Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen?
Perroulaz: Indem sie fokussiert auf nachhaltige Lösungen und eine agile Vorgehensweise setzt. In anspruchsvollen Zeiten braucht es gegenseitige Flexibilität und einen starken partnerschaftlichen Ansatz und Weitsicht - wir setzen uns für nachhaltige Kundenbeziehungen und einen Umgang auf Augenhöhe ein.
CW: Ausblick: Wo wird die Schweizer ICT-Branche in einem Jahr stehen?
Perroulaz: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf einzelne Teilbereiche der Branche sind sicherlich sehr unterschiedlich und schwer abzuschätzen.  Digitale Ansätze gegen die Pandemiefolgen wie Onschool.ch, Hilf-Jetzt.ch oder die Swisscovid App zeigten: die Branche trägt auch gesamtgesellschaftliche Verantwortung. In einem Jahr wird das weiterhin essentiell sein.


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