Serie: Optimismus trotz Corona 25.09.2020, 11:15 Uhr

Jacqueline Badran von Zeix über Optimismus in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise verunsichert Gesellschaft wie Wirtschaft. Jacqueline Badran, CEO von Zeix, erklärt, wie sie Mitarbeitenden und Kunden Zuversicht in unsicheren Zeiten vermittelt und wie sie dabei selbst optimistisch bleibt.
Jacqueline Badran, CEO, Zeix
(Quelle: Zeix)
Computerworld: Wie behalten Sie Ihren Kampfgeist in Krisenzeiten?
Jacqueline Badran: Es liegt vermutlich in der Natur von CEOs, dass sie grundsätzlich Kampfgeist haben und Krisen sie eher zusätzlich anspornen. Kampfgeist behalten ist in dem Sinne alternativlos.
CW: Wie vermitteln Sie Ihrem Team Zuversicht?
Badran: Muss ich gar nicht, denn alle meine Mitarbeitenden sind grundsätzlich positive und optimistische Menschen. Deshalb haben wir im Homeoffice mühelos zusammengearbeitet und uns gegenseitig unterstützt – auch emotional. Ausserdem haben wir die Gelegenheit genutzt, sogar noch Dinge zu verbessern. Das war motivierend.
“Wir haben die Kundenbeziehungen gestärkt, indem wir ihnen Lösungen aufzeigen konnten, wie wir trotz Home Office gut zusammenarbeiten können und dazu kurzfristig kreative Methoden entwickelt haben. Das Gefühl, im selben Boot zu sitzen, hat uns mit einigen Kunden sogar enger zusammengeschweisst„
Jacqueline Badran, CEO, Zeix
CW: Wie stärken Sie in Krisenzeiten den Draht zum Kunden?
Badran: Indem wir Ihnen Lösungen aufzeigen konnten, wie wir trotz Homeoffice gut zusammenarbeiten können und dazu kurzfristig kreative Methoden entwickelt haben. Das Gefühl im selben Boot zu sitzen, hat uns mit einigen Kunden sogar mehr zusammengeschweisst.
CW: Wie kann die Schweizer ICT-Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen?
Badran: Virtuelle Methoden der Zusammenarbeit bringen teils Effizienzgewinne. Wir können diese Methoden beibehalten und weiterentwickeln. Vor allem aber brauchen wir die gesetzliche Möglichkeit Rückstellungen in guten Zeiten zu machen – wenn man nie Zeit hat für interne Forschung und Entwicklung.  Diese können wir dann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für interne Innovation zu nutzen, so dass wir ohne Entlassungen durch solche Zeiten kommen. Solch ein Vorstoss von mir ist von Nationalrat überwiesen worden und im Ständerat seit Jahren hängig.
CW: Wo wird die Schweizer ICT-Branche in einem Jahr stehen?
Badran: Wir stellen einen Trend fest, dass Konzerne Projekte zunehmend über verschiedene Kanäle ins Ausland auslagern. Die Krise wird diesen vermeintlich kostensparenden Trend verstärken. In der ICT können wir unsere Leute nicht einfach in ein Weiterbildungs-Kürsli schicken, weil das Wissen sich zu schnell entwickelt, um in Lehrpläne zu fliessen. Vielmehr entwickeln wir unsere Kompetenzen und Knowhow in, an und mit realen Kunden-Projekten. Dieser Nearshoring-Trend ist deshalb nicht nur wirtschaftlich fatal für unsere Branche, sondern auch bezüglich des Standorts Schweiz als Kompetenzzentrum ICT. Diesbezüglich bin ich realistisch und eher pessimistisch. Der Trend wird sich erst ändern, wenn die Leute merken, dass Projekte bei Gesamtkostenbetrachtung so teurer und nicht billiger werden.


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