Serie: Optimismus trotz Corona 11.12.2020, 15:21 Uhr

Adrian Hutzli von Intersys über Optimismus in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise verunsichert Gesellschaft wie Wirtschaft. Adrian Hutzli, CEO von Intersys, erklärt, wie er Mitarbeitenden und Kunden Zuversicht in unsicheren Zeiten vermittelt und wie er dabei selbst optimistisch bleibt.
Adrian Hutzli ist CEO des Softwarehauses Intersys.
(Quelle: Intersys)
Computerworld: Wie behalten Sie Ihren Kampfgeist in Krisenzeiten?
Adrian Hutzli: Das Wort «Kampf» ist mir in diesem Zusammenhang zu militärisch.
CW: Einverstanden. Was fänden Sie stattdessen angemessen?
Hutzli: Wie stellen wir sicher, dass wir auch in Krisenzeiten den Betrieb garantieren, Projekte termingerecht und in geforderter Qualität abliefern und die Motivation und Gesundheit der Mitarbeitenden im Auge behalten können. Die IT-Branche ist glücklicherweise von Covid-19 wesentlich weniger betroffen als andere Branchen.
CW: Wie vermitteln Sie Ihrem Team Zuversicht?
Hutzli: Video-Chats können den natürlichen Kontakt nie ersetzen. Wir versuchen, den Puls der Mitarbeitenden regelmässig zu messen und bei Bedarf auch Massnahmen zu ergreifen. So sind in gewissen Teams auch virtuelle «Kaffee-Pausen» entstanden, in denen bewusst nicht über Berufliches gesprochen wird.
“Der Draht zu den Bestandskunden ist stärker geworden. Wesentlich schwieriger gestaltet sich der Kontakt zu potenziellen Neukunden„
Adrian Hutzli, CEO, Intersys
CW: Wie stärken Sie in Krisenzeiten den Draht zum Kunden?
Hutzli: Dieser Kontakt konnte auch sehr schnell mit regelmässig anberaumten Video-Calls geregelt werden – dort wo nötig und möglich haben wir den physischen Kontakt unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften beibehalten. Eigentlich ist der Kontakt dadurch noch fast intensiviert geworden. Wesentlich schwieriger gestaltet sich der Kontakt zu potenziellen Neukunden – hier spielt Vertrauen eine grosse Rolle. Dies ist nur über Video nicht so gut aufzubauen und gestaltet sich im Einzelfall als schwierig bis unmöglich.
CW: Wie kann die Schweizer ICT-Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen?
Hutzli: Digitalisierungsideen lassen sich schneller umsetzen, da viele gesehen haben, dass ein Marktvorteil entsteht, wenn man auch auf Ereignisse wie die aktuelle Pandemie vorbereitet ist. Wie weit dies nach der Krise nachhaltig wirkt, ist abzuwarten. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass sich jedes Unternehmen überlegen muss, wie es auch in solchen Situationen sein Überleben sicherstellen kann. Die ICT-Branche ist hier gefordert, Antworten und Lösungen zu liefern.
CW: Wo wird die Schweizer ICT-Branche in einem Jahr stehen?
Hutzli: Gut bis sehr gut, denn der Nachholbedarf an IT-Services ist gross und auch heute noch nicht erschöpft. Gewisse Firmen konnten sich zum Teil Zeit nehmen, um über das zukünftige Businessmodell nachzudenken. Diese Firmen werden nicht darum herumkommen, einen Teil mit ICT umzusetzen. Was fehlt sind einfach die Fachkräfte, aber dieser Mangel bestand bereits vor der Krise.


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