11.05.2017, 09:23 Uhr

Wenn Industrieroboter Amok laufen

Die vierte Industrialisierungswelle rollt und immer mehr Fertigungsroboter werden ans Internet gehängt - mit dramatischen Folgen für die Sicherheit.
Industrieroboter, die in der Fertigungsindustrie zum Einsatz kommen, werden immer häufiger mit dem Internet verbunden. Das hat schwerwiegende Konsequenzen, was die IT- und Betriebssicherheit der betroffenen Unternehmen sowie schlussendlich deren Produkte angeht. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie, die der japanische IT-Security-Spezialist Trend Micro zusammen mit dem Politecnico di Milano (Polimi) durchgeführt hat.

Die Forscher nahmen darin 83'000 mit dem Internet verbundene Industrieroboter unter die Lupe. Mit erschreckenden Ergebnissen: 5100 der maschinellen Fertigungshelfer wiesen keinerlei Authentisierungsschutz auf, sie waren also offen wie Scheunentore. Laut der Studie ist der Grund für diese Schludrigkeit vieler Firmen eine Kombination aus Unwissen und Geiz. Immerhin: Trotz der leuchtenden Alarmlampen konnten die Forscher keine eigentlichen Angriffe nachweisen, wobei sie im gleichen Atemzug zu bedenken gaben, dass entsprechende Systeme, mit denen Attacken nachgewiesen werden könnten, weitestgehend fehlten. Eines ist sicher: Die Folgen eines erfolgreichen Angriffs könnten weitreichend sein. «Roboter arbeiten mit enormer Präszision», erklärt Mark Nunnikhoven von Trend Micro. Als Beispiel nennt er einen Schweissroboter. Ist dessen Naht an einem Fahrzeugchassis nicht genau, kann dies laut dem Experten tödliche Folgen haben für die Passagiere, die später mit dem Auto unterwegs sind. Die komplette Studie mit Handlungsanweisungen fr Betriebe findet sich unter diesem Link.


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