Retro-Welle am MWC 27.02.2017, 10:09 Uhr

Blackberry und Nokia im Oldie-Look

Mit dem Blackberry KEYone und dem Nokia 3310 sind dieses Jahr auch zwei Geräte im Retro-Look am MWC zu sehen.
Die Mobilfunk-Messe Mobile World Congress (MWC) in Barcelona dient den Herstellern normalerweise dazu, das Allerneuste aus der eigenen Produktion zu präsentieren. Heuer sind allerdings mit dem Blackberry KEYone und dem Nokia 3310 auch zwei Geräte im Retro-Look am Start. So soll ein neues Handy mit klassischer Tastatur der Marke Blackberry helfen, wieder Fuss im hart umkämpften Smartphone-Geschäft zu fassen. Das Modell «KEYone» wurde am Samstagabend in Barcelona präsentiert.
Es ist das erste neue Gerät, seit Blackberry Entwicklung und Produktion der Telefone komplett in die Hand der chinesischen Firma TCL gelegt hat. Es läuft wie die anderen jüngsten Blackberrys mit Googles Android und nicht mehr mit dem hauseigenen Betriebssystem. Dank zusätzlicher Software sei das «KEYone» aber «das sicherste Android-Telefon auf dem Markt», sagte TCL-Chef Nicolas Zibell kurz vor Beginn des MWC. TCL war bisher unter anderem als Hersteller von Smartphones unter der Marke Alcatel bekannt. Die Blackberrys sind für die Chinesen eine Chance, neue Marktsegmente zu erschliessen. Blackberry steuere weiterhin unter anderem Sicherheits-Anwendungen zu den Geräten bei, sagte der zuständige Manager des kanadischen Smartphone-Pioniers, Alex Thurber. Zu den neuen Funktionen gehört, dass jede Taste zum Direktstart einer App genutzt werden kann, zum Beispiel «F» für Facebook Blackberry hatte die Anfangszeit des Smartphone-Geschäfts stark mitgeprägt, war jedoch mit dem Vormarsch der Touchscreen-Telefone weit zurückgefallen. Firmenchef John Chen richtete Blackberry auf Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus und gab die Entwicklung eigener Smartphones auf, nachdem es nicht gelungen war, den Bereich aus den roten Zahlen zu bringen. Nächste Seite: Wiederauferstehung des Nokia 3310

Wiederauferstehung des Nokia 3310

Ebenfalls vom Retro-Trend profitieren möchte offenbar der finnische Anbieter HMD Global, der Geräte unter der Marke Nokia entwickelt und produziert. Er kündigte die Wiedergeburt des Nokia 3310 in Barcelona an.  Der Wiedergänger bekommt sogar ein ähnliches Design wie der Klassiker aus dem Jahr 2000 - und neben dem Spiel «Snake» auch den typischen Klingelton.
Die Telefone kommen zusätzlich zum gewohnten Grau auch in den verspielten Farben Rot, Gelb und Blau. Vor allem die Batterie-Lautzeit ist man von Smartphones nicht mehr gewohnt: Das neue 3310 soll 22 Stunden Telefonate aushalten - und einen Monat im Standby. Der Verkaufspreis soll weltweit im Schnitt bei 49 Dollar liegen. HMD Global reitet hier ganz klar ein Nostalgie-Welle, um die angeschlagene Marke Nokia den Nutzern wieder näherzubringen. Einfache Telefone werden immer weiter von den Smartphones verdrängt. Deshalb war die eigentlich wichtigere Ankündigung der Start von drei Smartphone-Modellen mit dem Android-System. Das Einsteigermodell Nokia 3 kostet 139 Euro, das Nokia 5 ist für 189 Euro zu haben, das Nokia 6 schlägt schliesslich mit 229 Euro zu Buche. Alle Nokia-Smartphones werden mit «Googles Assistant» vorinstalliert. Die Modelle unterscheiden sich unter anderem in Bildschirm-Grösse und Auflösung. Die Nokia-Marke kann bei ihrem Neustart etwas Schützenhilfe von alten Fans gut gebrauchen. Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia hatte schon mit dem Beginn der modernen Smartphone-Ära immer mehr Boden an Apples iPhone und Telefone mit dem Google-System Android verloren. Die Übernahme des Handy-Geschäfts durch Microsoft half auch nicht: Nokia rutschte in die Bedeutungslosigkeit ab und die Marke verschwand vom Markt. Inzwischen kehrten die Namensrechte wieder zu dem finnischen Konzern zurück, der sie an die von ehemaligen Nokianern gegründete Firma HMD weiterreichte.


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