Mobiles Bezahlen 03.07.2018, 07:07 Uhr

Twint will Bargeld-Domänen erobern

Schweizer Kunden bezahlen noch höchst selten kleinere Beträge mit dem Smartphone. Das will Twint ändern und Bargeldhochburgen knacken.
Søren Mose von Twint will Bargeld-Domänen bezwingen
(Quelle: Twint )
Die Schweizer Bezahl-App Twint breitet sich weiter aus. Mit Bezahllösungen für Parkplätze, kleinere Läden, Märkte oder Verkäufe direkt ab dem Bauernhof will der Handy-Bezahldienst weiter wachsen. Laut Verwaltungsratspräsident Søren Mose ist das Ziel eine Marktabdeckung von über 90 Prozent.
Der mobile Bezahldienst Twint zählt nun 850'000 Nutzer. Diese können heute an über 50'000 Terminals sowie in Migros-, Coop- und Sparläden mit der Twint-App bezahlen. Auch die grössten Schweizer Onlineshops wie Digitec oder Ticketcorner akzeptieren Twint. Und die SBB dürfte noch in diesem Jahr mitziehen, sagte Mose in einem Interview mit der Westschweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi».

Fast 100 Prozent des helvetischen Bankensystems unterstützten die Anwendung bereits, sagte der Twint-Präsident weiter. Insgesamt bieten 65 Banken eine Twint-App an, darunter die UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, Postfinance und die Zürcher (ZKB) sowie die Waadtländer Kantonalbank (BCV). Einige Finanzinstitute seien gerade dabei, Twint zu lancieren, sagte Mose. Welche das seien, könne er allerdings noch nicht verraten.

Twint will Bargeld-Hochburgen erobern

Eine breite Abdeckung ist für Twint die Voraussetzung dafür, weitere Nutzer zu gewinnen und mehr Transaktionen abzuwickeln. Denn nur, wenn die Leute überall mit Twint bezahlen könnten, gelinge es, die jetzigen Gewohnheiten zu ändern, sagte Mose. Neben Supermärkten oder im Internet müssten Kunden auch dort mit Twint bezahlen können, wo sie heute noch auf Bargeld angewiesen seien – wie etwa beim Parkieren.
Der Banker und Finanzspezialist hofft, dass sich Twint in den nächsten fünf Jahren als Standardlösung für jegliche Bezahltransaktionen in der Schweiz durchsetzt. Auch jenseits der Schweizer Grenzen soll der Dienst bis dann aktiv werden. Heute sind die Umsätze mit mobilen Bezahlapps in der Schweiz allerdings noch klein, wie Studien zeigen.


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