15.11.2017, 11:50 Uhr

Solothurner Kantonsrat spricht Zusatzkredit für Software-Modernisierung

Der Kanton Solothurn bringt seine SAP-Software auf den neusten Stand. Weil dieses Vorhaben teuerer wird als erwartet, hat das Kantonsparlament nun einen Zusatzkredit bewilligt.
Das Solothurner Kantonsparlament hat am Mittwoch für die Modernisierung der von der kantonalen Verwaltung verwendeten Software einstimmig einen Zusatzkredit von 360'000 Franken bewilligt. Ein Teil der Mehrkosten entstand, weil man heikle Daten nicht nach Deutschland auslagern will.
SP und Grüne stimmten zwar dem Zusatzkredit zu. Ihre Sprecher kritisierten aber die Abhängigkeit, in der sich der Kanton Solothurn mit der Wahl von Software des grossen deutschen Herstellers SAP inzwischen befindet. Man solle doch, so regten die Sprecher an, wie der Kanton Bern prüfen, ob nicht andere Lösungen möglich seien. In den nächsten zehn Jahren werde man sicher darüber diskutieren, versprach Regierungsrat Roland Heim (CVP). Er bezeichnete die Einführung von neuen Softwarekomponenten als «grosse Herausforderung für alle Beteiligten». An gewissen Projekten habe man Abstriche gemacht, ohne diese jedoch ganz zu beerdigen.
Beim Projekt seien nicht nur Mehrkosten entstanden, sondern es seien auch Einsparungen gemacht worden, sagte Kommissionssprecher Josef Maushart (CVP). Die Finanzkommission rate, künftig bei Projekten mit Kosten von unter einer Million Franken eine Reserve von 5 Prozent einzubauen, bei Projekten mit Kosten von über einer Million Franken eine Reserve von 10 Prozent.
Vor zwei Jahren hatte der Kantonsrat Solothurn für das SAP-Redesign benannte Projekt 4,8 Millionen Franken bereit gestellt, ohne jegliche Reserven einzuplanen. Kam hinzu, dass die angestellten Kostenschätzungen schon damals sehr schwammig daherkamen. Für das Los 2 lag nur eine grobe Kostenschätzung vor. Allerdings erwies sich das Los 2 als weitaus geringerer Kostentreiber, als das Los 1. Die Zusatzkosten für die Verschiebung der Inbetriebnahme von Los 2 um ein Jahr sowie für die zusätzliche Programmierung und Einrichtung einer Schnittstelle schlugen sich mit Zusatzkosten von rund 60'000 Franken zu Buche.
Mit 300'000 Franken Mehrkosten wird vor allem Los 1 wesentlich teurer. Anstelle der ursprünglichen Cloud-Lösung für das eRecruiting mit einer Auslagerung der Daten ins SAP-Rechenzentrum in Deutschland, wurde nun eine Inhouse-Lösung umgesetzt. Dabei werden die Daten im kantonseigenen Rechenzentrum gelagert.
Der Kanton Solothurn hat bei der Auslagerung von heiklen Computerdaten schlechte Erfahrungen gemacht. Kritische Fragen eines SVP-Kantonsrates zum Steuerdaten-Scanning durch eine in der Schweiz ansässige US-Firma lösten vor zwei Jahren eine kleine Affäre aus. Inzwischen werden diese Daten von der kantonalen Verwaltung selber gescannt und verwaltet.



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