CO2-Kompensation 13.07.2020, 11:00 Uhr

Wie Digitec Galaxus Kunden mit der Klimaabgabe bindet

Der Online-Primus Digitec Galaxus hat in seinem Shop ein neues Modell zur freiwilligen CO2-Kompensation eingeführt – auch bei deutschen Tochter Galaxus.de. Für Deutschlandchef Frank Hasselmann ist die Initiative auch Teil der Kundenbindungsstrategie des Online Shops.
(Quelle: Digitec Galaxus )
Der Schweizer E-Commerce-Marktführer Digitec Galaxus, hat ein neuartiges CO2-Kompensationsmodell für sein gesamtes Sortiment eingeführt. Ab sofort können Kunden beim Check-Out Prozess freiwillig den CO2-Fussabdruck ihres Einkaufs kompensieren. Das zugrunde liegende Modell berücksichtigt die Wertschöpfungskette von der Gewinnung der Rohstoffe, über die Produktion bis zur Lieferung nach Hause. Die exakte Summe für die CO2-Kompensation wird hierbei für jedes Produkt individuell berechnet. Alle Fördergelder der Kunden zur CO2-Kompensation fliessen an geprüfte Klimaprojekte.
Auch bei der deutschen Tochtergesellschaft Galaxus.de ist das Modell im Einsatz. «Als Firma liegt uns das Thema Klimaschutz sehr am Herzen», erklärt Frank Hasselmann, der Galaxus.de seit dem Markteintritt Ende 2018 leitet. «Unser Ziel ist es nachhaltig zu wirtschaften, gerecht und langfristig orientiert.» Besonders stolz ist der Galaxus-Deutschlandchef, dass sein Unternehmen bei der CO2-Kompensation auf ein Modell setzt, das es so in Deutschland noch nicht gegeben habe. «Andere Händler beziehen sich bei der CO2-Kompensation vor allem auf die Lieferung. Wir berechnen dagegen den vollständigen CO2-Fussabdruck auf Produktebene und beziehen die gesamte Wertschöpfungskette, zum Beispiel auch die für die Produktion des Produkts notwendigen Rohstoffe, mit ein.» Die Lieferung spiele beim gesamten CO2-Fussabdruck mit rund einem Prozent sogar nur eine sehr kleine Rolle.

Differenziertes Modell zur CO2-Ermittlung

Ähnlich wie bei den redaktionellen Inhalten auf Galaxus.de und der Community-Funktion in dem Online Shop, setzt Hasselmann auch bei der CO2-Kompensation auf Qualität «Made in Switzerland». So hat der Schweizer Mutterkonzern Digitec Galaxus das Berechnungsmodell zur CO2-Kompensation in Zusammenarbeit mit dem Klimalösungsanbieter South Pole, einem Spin-Off der ETH Zürich, entwickelt.
Frank Hasselmann ist seit dem Markteintritt Ende 2018 Geschäftsführer von Galaxus.de
Quelle: Digitec Galaxus
Dabei wird eine Formel angewendet, die die Gewinnung der Rohstoffe, die Produktion, der Verkauf und die Heimlieferung berücksichtigt. Ausschlaggebend für den CO2-Fussabdruck sind im Modell vor allem die Produktgruppe, das Gewicht, der Preis und der Hersteller. Sofern die Informationen verfügbar sind, fliesst auch die Materialzusammensetzung in die Rechnung ein. Das Modell wird laufend verbessert. Nicht berücksichtigt werden die Verwendung sowie die Entsorgung der Produkte.
Legt ein Kunde im Galaxus-Shop Produkte in den Einkaufskorb, wird angezeigt, wie viele CO2-Emissionen der Kauf verursacht. Wer die Einkäufe neutralisieren möchte, kann dies im Check-out tun. Die Fördergelder der Kunden zur CO2-Kompensation fliessen an von South Pole geprüfte Klimaprojekte - darunter an Waldschutzinitiativenvon Isangi, Rwanda Boreholes, WWF Mamize Cookstoves und Alto Huayabamba Forest Conservation sowie an Projekte für erneuerbare Energien wie Dora II Geothermal Power, Kornburi Wastewater und Musi Hydro.

Möglichkeit zur Profilierung bei den Kunden

Wie Frank Hasselmann erklärt, entspricht die Initiative zur CO2-Kompensation nicht nur dem Selbstverständnis von Digitec Galaxus, sondern man hofft, damit auch den Geschmack der Kunden zu treffen: «Viele unserer Kunden legen grossen Wert auf das Thema Klimaschutz. Wir wissen, dass wir viele eher konsumkritisch eingestellte Kunden haben, die an einer ehrlichen Beratung interessiert sind und auch bei einem Thema wie Nachhaltigkeit sehr bewusst sind.» Die CO2-Kompensation werde damit auch zu einer Möglichkeit, um sich bei den Kunden weiter zu profilieren.
Wie eine Umfrage unter den Kunden von Digitec Galaxus ergeben habe, könne sich ein mittlerer zweistelliger Prozentsatz vorstellen, das Angebot zur CO2-Kompensation zu nutzen. «Natürlich handelt es sich dabei erst einmal nur um eine Absichtserklärung», erklärt Hasselmann. «Aber wir sind positiv davon überrascht, wie viele Kunden in den ersten Tagen seit der Einführung die CO2-Kompensation bereits genutzt haben.»

Matthias  Hell
Autor(in) Matthias Hell


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