27.10.2017, 15:00 Uhr

«Für Lugano sind Smart-City-Projekte wichtige Angebote»

Alano Sampietro, Direttore, Città di Lugano über die Smart-City-Strategie seiner Stadt.
Wie smart ist die Stadt Lugano?
In Lugano gibt es bereits «intelligente» Teilprojekte, die in den letzten Jahren durch verschiedene Initiativen und Dienstleistungen realisiert wurden. Hierzu zählen etwa Initiativen wie Wi-Fi Lugano, Smartphone-Apps, Bikesharing, Infrarot-Panels, Fernwärme oder die Erhöhung der Sicherheit durch Videoüberwachung. In den nächsten Jahren werden neue smarte Initiativen gestartet, von denen einige bereits Gegenstand einer Studie sind. Zum Beispiel die Bewertung der Energieeffizienz von Gemeinschaftsgebäuden, Energieverbrauchszähler im Telekommunikationsbereich oder Fahrgemeinschaften. Für Lugano ist dies ein wichtiges Angebot, das durch eine ausgewogene und dauerhafte Organisation verbessert werden kann. Eine Organisation, die mit innovativen und massgeschneiderten Lösungen auf die Bedürfnisse des täglichen Lebens reagiert.
Können Sie die Smart-City-Strategie von Lugano umschreiben?
Das Smart-City-Projekt der Stadt Lugano ist ein Transformationsprozess. Dieser umfasst mehrere Ziele, wie etwa das Gemeinwohl und die Verbesserung des Stadtbilds. Zudem wollen wir Lugano als eine innovative, avantgardistische, attraktive, integrative und aufmerksame Stadt positionieren für Gäste, Arbeitnehmer, Unternehmen und für all jene, die sich bei uns niederlassen. Das Projekt zielt darauf ab, das Wohlergehen der Gemeinschaft und die Attraktivität der Stadt zu verbessern.
Welche Rolle spielen Sie als IT-Verantwortlicher bei den Smart-City-Projekten Ihrer Stadt?
In der Stadt Lugano gibt es die Arbeitsgruppe «Smartcity». Diese evaluiert und fördert smarte Stadtentwicklungsprojekte. Die Arbeitsgruppe umfasst Vertreter aus verschiedenen Abteilungen. Hierzu zählen die Bereiche Informatik, Mobilität, Energie, Kommunikation und Statistik. Der Leiter der IT-Abteilung repräsentiert in der Arbeitsgruppe die technische Vision.
Wie verknüpfen Sie die verschiedenen Zuständigkeiten aus den Bereichen Stadtwerke, Verkehr, IT, Finanzen etc.?
Viele der von der Stadt Lugano durchgeführten Projekte, smarte wie nicht smarte, sind naturgemäss interdisziplinär aufgebaut und umfassen Bereiche wie IT, Mobilität, Finanzen etc. Sie werden von Projektteams betreut und durchgeführt, zu denen Vertreter aus verschiedenen Bereichen zählen.
Smart-City-Projekte erfordern finanzielle und personelle Ressourcen. Wie gehen Sie mit diesen Herausforderungen um?
Alle Projekte, ob smart oder nicht smart, sind in den Finanzplan integriert, der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ressourcenverfügbarkeit und Projektzielen sicherstellt. Darüber hinaus haben wir einen Prozess für die Innovationsförderung in allen Bereichen der Stadtverwaltung angestossen, der auf die Entwicklung einer von Innovationen inspirierten Stadt ausgerichtet ist.
Inwieweit benötigen Städte einen Smart-City-CIO?
Wir glauben nicht, dass diese Funktion notwendig ist. Wir werden aber die Entwicklung beobachten und uns anschauen, ob es mittel- bis langfristig diese Funktion braucht. Derzeit ist das Profil unseres CIOs ideal auf unsere Verwaltungsprojekte zugeschnitten.
Wie wird sich die Rolle des CIOs einer Stadt in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
Die Rolle des CIOs wird sich durch «smarte» Projekte in den kommenden Jahren kaum wesentlich verändern.


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