Die ewige Baustelle

Mit Kunden den digitalen Umbruch meistern

Beim Software-Hersteller Totemo aus Küsnacht steht gemäss Chief Technology Officer Marcel Mock die wachsende Bedeutung der Business-Software ebenfalls im Zusammenhang «mit dem Fortschreiten der Digitalisierung». Denn Software durchdringe immer mehr Geschäftsprozesse. Sein Unternehmen reagiere auf die sich daraus ergebenden Herausforderungen, indem es die Ansprüche der Kunden gut umsetzt und möglichst allen Kunden bereitstellt.
Kaum anders schätzt man die Lage beim ERP-Anbieter Soreco ein: «Wir gehen davon aus, dass der eine oder andere Business-Anwender seine aktuelle Lösung hinterfragt und neu evaluieren wird», sagt Marketing- und Verkaufs­chef Walter Wyss. Mit der neusten ERP-Generation erfülle man alle Bedingungen einer modernen Lösung, fügt er an und verweist ebenfalls darauf, dass die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Dokumente voranschreitet. Wichtig und wertvoll, unterstreicht auch Wyss, seien die Kundenbedürfnisse, tragen sie doch zur Entstehung neuer Lösungen bei. Ausserdem «wollen wir sie mit zusätzlichen Funktionen überraschen» und verweist als Beispiel auf neue App-Entwicklungen wie der mobilen Spesenlösung Xpenses.
Dass es nicht immer ganz einfach ist, die Bedürfnisse der Kunden abzufragen, weiss hingegen Adrian Hutzli. Der CEO des Software-Entwicklers und -Integrators Intersys sagt zwar auch, dass viele Kunden sich der Aktualität der Digitalisierungsthematik bewusst sind. Doch fügt er an, dass sie dafür in ihrem angestammten Umfeld noch keinen Nutzen erkennen. «Wem dies jedoch gelingt, der kann sich relativ schnell einen Marktvorteil erarbeiten», ist sich Hutzli sicher.
“Viele sind sich der Aktualität der Digitalisierung bewusst, sehen aber in ihrem Umfeld noch keinen Nutzen darin„
Adrian Hutzli, Intersys
Es braucht «dazu allerdings Mut und einen offenen Geist, um bestehende Pfade zu verlassen und neue Wege auszuprobieren und unter Umständen auch mal zu scheitern». Nur zähle das «ja nicht gerade zu den Kernkom­petenzen des Schweizers». Klar sei jedoch, dass in den Unternehmen Lösungen gesucht werden, um «einfache manuelle Prozesse durch intelligentere Ansätze abzulösen.
Als IT-Hersteller, der selbst interne Prozesse optimiert, wisse man allerdings, dass man bestehende manuelle Betriebsabläufe nicht ohne Weiteres automatisieren sollte. Digitalisierung bedeute auch, im Vorfeld die Prozessstrecke zu analysieren, bevor man Umstellungen einleitet.
Urs Röthlisberger bei Axians IT&T erkennt ebenfalls den Bedeutungszuwachs der Business-Software für Firmen und Verwaltungen. «Digitalisierte und integrierte Geschäftsprozesse sind meines Erachtens der Grund dafür», fügt der Chef des Software-Herstellers für öffentliche Verwaltungen an und meint damit, dass «Daten mehr und mehr in Echtzeit zur Verfügung stehen» müssen.
Zudem verweist er darauf, dass es nicht zuletzt Migrationsprojekte sind, welche die Hersteller zwingen, den Weg mitzugehen: «Die Taktfrequenz wird höher.» Als Hersteller habe man dem Thema Digitalisierung «tatsächlich eine sehr hohe Aufmerksamkeit» zu widmen, fügt er an, aber man müsse aufpassen, dass «man mit der hohen Schlagzahl die Kunden nicht überfordert».


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