07.04.2014, 14:28 Uhr

Antennen-Posse im Kanton Luzern

Auf dem Kirchturm der Luzerner Gemeinde Egolzwil soll eine Mobilfunkantenne installiert werden. Viele Einwohner protestieren, drohen mit Kirchenaustritt. Der Swisscom ist das egal und die Behörden haben den Schaden.
Eine Mobilfunkantenne der Swisscom sorgt in einer Luzerner Gemeinde für Ärger
Im Kirchturm der Luzerner Gemeinde Egolzwil will die Swisscom eine Mobilfunkantenne installieren. Ein entsprechender Mietvertrag wurde abgeschlossen, das Baugesuch hat Swisscom letzten Sommer eingereicht. Seither wehren sich Einwohner der Gemeinden Egolzwil und Wauwil gegen den Antennenbau, berichtet die Neue Luzerner Zeitung. Sogar mit dem Kirchenaustritt wird gedroht. Darum will der Kirchenrat den Bau der Antenne stoppen und versuchte im letzten Herbst, den Mietvertrag mit Swisscom zu kündigen. Diese denkt nicht daran. «Die Swisscom hat die Auflösung des Mietvertrags nicht akzeptiert, worauf ein Schlichtungsverfahren eingeleitet wurde», wird Swisscom-Sprecher Konrad Merz zitiert. Die Schlichtungsbehörde habe festgestellt, dass eine Kündigung erst nach Übergabe der Mietsache erfolgen kann. Der Kirchenrat muss nun hoffen, dass die Denkmalpflege Einwände gegen die Antenne im Kirchenturm erhebt. Sie soll über das Swisscom-Baugesuch in den nächsten Tagen entscheiden. Lehnt sie es ab, wird die Antenne nicht gebaut. Akzeptiert sie es, darf dagegen Einspruch erhoben werden. Die Antennen-Soap könnte auch Einfluss auf die nächste Woche stattfindenden Kirchenratswahlen haben. Denn 2 der sieben Kandidaten sind Mitglieder einer Interessensgemeinschaft gegen den Bau der Antenne, die den Kirchenrat und den Gemeinderat kritisiert. Letzteren wird Zensur vorgeworfen, ersteren mangelnder Einsatz. Beide Parteien bestreiten die Vorwürfe natürlich. Einen Imageschaden in der Bevölkerung haben trotzdem alle Beteiligten davongetragen.


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