28.02.2014, 10:00 Uhr

Die schlimmsten Fehler beim App-Design

Eine Smartphone-App ist mehr als eine verkleinerte Firmenwebseite. Das wissen Schweizer Firmen sehr genau. Der Zürcher Entwickler youngculture mobile gibt Tipps für gutes App-Design.
André Horstmann von youngculture mobile hat für Denner, Helsana und Swisscom spezielle Business-Apps entwickelt
Grössen der Schweizer Wirtschaft setzen auf Business-Apps: Denner, ewz, Ex Libris, Fust, Globus, Homegate und Swisscom wollen mobil für die Kunden da sein. Für alle Unternehmen haben die Programmierer des Zürcher Spezialisten youngculture mobile eigene Apps entwickelt. André Horstmann, Leiter Mobile Development, erklärt im Gespräch mit Computerworld, worauf es beim Design und der Realisierung von guten Business-Apps ankommt. 
Computerworld: Eine App ist mehr als ein Stück Software. Hat sich diese Tatsache schon durchgesetzt?
André Horstmann: Heutzutage ist eine App sicherlich mehr als nur ein kleines Hilfsmittel. Inzwischen gibt es ausgeklügelte Business-Apps, die sowohl auf Mobiltelefonen als auch auf Tablets funktionieren. Um es mit einer alten Fotografenweisheit zu vergleichen: Die beste Software ist die, die man immer dabei hat.
Mit welchen Ideen kommen Unternehmen auf Sie zu, wenn sie eine App haben wollen?
Das ist von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Online-Shop Anbieter wie Denner oder Ex Libris wollen einen mobilen Shop. Service-Betreiber wie homegate, Swisscom oder Wetter-Alarm wollen ihre Dienstleistungen mobilisieren. Andere Firmen nutzen Apps als Instrumente für die Kundenbindung. So bieten Fust und Globus mobile Spar- oder Kundenkarten an. Apps werden jedoch nicht nur für kundenorientierte Dienstleistungen eingesetzt.
Auch firmeninterne Prozesse können durch Apps vereinfacht werden. Zum Beispiel setzt das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich eine App ein, um das Rollout des Glasfasernetzes zu rationalisieren. Zurzeit sind Konzepte für das mobile Payment, die Verknüpfung von Mobile mit dem Point of Sale sowie Push-Nachrichten für Marketingzwecke sehr gefragt.
Welches sind die besten Funktionen innerhalb von Apps?
Das ist von App zu App unterschiedlich. Generell ist jede Funktion praktisch, welche die nötigen Tastatureingaben auf ein Minimum reduziert. Dies lässt sich mit einem Verlauf realisieren: Eine Liste der zuletzt verwendeten Objekte wird für die Anzeige von Vorschlägen während der Eingabe genutzt.
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Welches sind die fünf schlimmsten Fehler beim App-Design?
1. Ein überladenes User-Interface: Zu viele Informationen oder Funktionen auf einem Screen verfehlen das Ziel einer mobilen App. Die wichtigsten Funktionen sollten schnell zugänglich sein.
2. Eine minimalistische App: User geben sich nicht mehr mit einem kleinen Funktionsumfang von Apps zufrieden. Sie wollen mit ihren mobilen Geräten die Möglichkeiten haben, die sie früher mit einem PC hatten.
3. Schlechte User-Experience: Die Performance, die einfache Bedienung und der Spassfaktor sollten nicht unter der Funktionsvielfalt leiden.
4. Unpassendes Screen-Design: Ein schönes Design ist nicht zwingend ein gutes Design. Der Content und wichtige Funktionen müssen im Fokus bleiben.
5. Spezialfall Web-Apps: Die Verpackung von HTML5 in eine App funktioniert nur bei sehr einfachen Apps. HTML5 gehört in einen Browser, von dem der User weiss, dass es ein Browser ist. Nur so erfüllt der Anbieter die Erwartungen des Users.
Ist ein Ende der Nachfrage nach Business-Apps in Sicht?
Meiner Ansicht nach ist die Nachfrage noch immer ungebremst und steigt sogar an. Das liegt erstens an den laufenden technischen Innovationen, die immer neue Möglichkeiten eröffnen. Zweitens herrscht beim Endkunden weiterhin die Nachfrage nach cooleren mobilen Services.

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