Bis 2022 20.06.2019, 07:08 Uhr

HPE wird zur Alles-als-Service-Firma

Hewlett-Packard Enterprise plant bis 2022, alle seine Produkte auch als Dienstleistung anbieten zu können.
HPE-CEO Antonio Neri während der Keynote an der HPE Discover in Las Vegas
(Quelle: HPE)
«Bitte einmal alles als Service.» Diesen Wunsch von Anwenderunternehmen möchte Hewlett-Packard Enterprise (HPE) bis 2022 erfüllen können. Der IT-Gigant plant nämlich, bis zu diesem Zeitpunkt alle seine Produkte und Dienstleistungen - einschliesslich Server, Speicher-Lösungen und Software -- auch als Service anzubieten, wie HPE-CEO Antonio Neri während seiner Keynote an der derzeit stattfindenden User-Konferenz HPE Discover in Las Vegas bekanntgab.
«In drei Jahren wird HPE eine Verbrauchs-orientierte Firma sein und alles, was wir Ihnen liefern, wird als Service erhältich sein», sagte Neri. «Damit definieren wir das nächste Kapitel in der IT-Industrie», unterstrich er während seines Auftritts. «Sie wählen, was Sie möchten, wo Sie es möchten und bezahlen nur, was Sie verbrauchen», so Neri weiter.
HPE reagiert damit offenbar auf die Konurrenz von Anbietern von SaaS (Software-as-a-Service) und IaaS (Infrastructure-as-a-Service) wie Salesforce und AWS, die traditionelle IT-Anbieter zunehmend in die Enge treiben.

GreenLake als Drehscheibe

Zentrales Element der «Alles als Service»-Strategie von HPE wird GreenLake sein, ein Programm, das HPE bereits 2017 gestartet hat und das vorsieht, HPEs On-Premise-Lösungen als Dienstleistung anzubieten. Statt Hardware-Systeme samt zugehöriger Management-Software zu kaufen, kann ein Anwenderunternehmen HPE damit beauftragen, die Systeme im Rechenzentrum des Kunden zu installieren, zu verwalten und als Dienstleistung zu vermieten. Der grosse Unterschied zu Cloudanbietern wie AWS, Azure und Google ist somit, dass bei GreenLake die bezogenen IT-Dienstleistungen im Data Center des Anwenders zur Verfügung gestellt werden.
Gemäss Neri hat GreenLake erste Erfolge aufzuweisen.  «Wir bieten HPE GreenLake bereits in 56 Ländern an», berichtete der HPE-CEO und meinte, im entsprechenden Bereich weltweit führend unterwegs zu sein. Offenbar ein lohnendes Geschäft. «GreenLake ist HPEs am schnellsten wachsendes Business», betonte er.

GreenLake wird ausgebaut

Das GreenLake-Angebot soll denn sukzessive ausgebaut werden. Neben der bereits vorhandenen Möglichkeit, mit Hilfe des Azure Stacks, Microsofts Azure-Public-Cloud im eigenen Rechenzentrum betreiben zu können, soll dies bald mit Google Cloud möglich werden.
Eine entsprechende Partnerschaft wurde kurz vor der HPE Discover bekanntgegeben. Das daraus resultierende hybride Cloud-Angebot setzt sich zusammen aus ProLiant-Servern und Nimble-Speichergeräten von HPE, auf denen Anthos läuft, eine kürzlich von Google gekaufte Software-Plattform , mit der Anwendungen in mit Kubernetes verwalteten Containern betrieben werden können, und zwar sowohl mit der eigenen Infrastruktur, als auch in der Google Cloud.
Daneben erweitert HPE den Kundenkreis für GreenLake. War das Programm bislang nur für Grossfirmen gedacht, soll GreenLake nun auch bei mittelständigen Unternehmen vermarktet werden.
Schliesslich müssen GreenLake-Kunden künftig nicht über ihr eigenes Rechenzentrum verfügen. So hat HPE Partnerschaften mit den beiden Collocation-Partnern Equinix und CyrusOne bekanntgegeben. Anwenderfirmen können somit bei genannten Rechenzentrenbetreibern ihre HPE-Infrastruktur unterbringen und im GreenLake-Service-Modell beziehen.



Das könnte Sie auch interessieren