25.07.2005, 11:54 Uhr

"Blöffer" im Chefsessel

Viele CEO seien "Blöffer", hat ein Wirtschaftsprofessor aus Stanford herausgefunden. Das Überraschendste daran: Das sei in Ordnung so.
Robert Sutton ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten Standford-Universität und ein Mann der deutlichen Worte: "Konzernbosse haben angeblich riesige Macht, aber in Wirklichkeit haben sie umso weniger Einfluss und Effizienz, je grösser das Unternehmen ist, das sie lenken sollen", so Suttons Beobachtung. Das Bild vom CEO als Kapitän, der das Unternehmensschiff zielgerichet selbst durch widriges Fahrwasser leite, sei so nicht zutreffend, denn "oft haben die Chefs keine genaue Vorstellung, wo sie überhaupt hinwollen".
Was einen wirklich guten Chef auszeichne, sei vielmehr, dass er um die eigenen Grenzen wisse. So wie Intels früherer CEO Andy Grove: Der hatte einst offen zugegeben, dass er als Boss immer im Dilemma gelebt habe, richtungweisende Entscheidungen treffen zu müssen, obwohl er nie genau wusste, welche Ziele überhaupt anzupeilen waren.
Catharina Bujnoch



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