Die vergessene Bundesinformatik

«Fichen»-Skandal im Videotex

Während die Bundesinformatik beim Abarbeiten der fragwürdigen Fichen von Frau und Herrn Schweizer zu helfen suchte, sammelte ein Videotex-Anbieter seine ganz eigenen Fichen. «Mediatex speichert Teilnehmerdaten in Verbindung mit dem Pseudonamen», zitierte Computerworld die Schlagzeile der «Videotex-Zeitung». Das Blatt hatte aufgedeckt, dass der Schwyzer Anbieter die Kundendaten parallel zur PTT sammelte. Via PTT konnten die Videotex-Lieferanten im Falle säumiger Zahler die Teilnehmerdaten anfordern. Mit den eigenen Kundenfichen wollte Mediatex offenbar auf Nummer sicher gehen. «Weil gewisse Teilnehmeranschlüsse Rechnungen nicht bezahlen und wir wissen wollen, wer unsere Kunden sind», begründete Mitgründer Rudolf Neff seine Praxis. Den Verdacht, dass Teilnehmer­daten womöglich gespeichert werden, um im Adress­handel beispielsweise mit Erotikversandhäusern ein Zubrot zuverdienen, kommentierte Neff mit: «So ein Gugus.»
Der Videotex-Anbieter Mediatex führte für seine «rosaroten Dienste» Fichen der Nutzer
Quelle: TIB/Computerworld
Der Mediatex-Dialogdienst «Beiz» habe mit Erotik und Sex ohnehin nichts zu tun, beschwichtigte Neff. Es gehe vielmehr um «Lebensfreude, Spiele und Spass». Anstelle von Erotikhändlern käme als Abnehmer der Adressen eher der Spielehersteller Ravensburger infrage.



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