Ricoh Schweiz 09.06.2020, 20:33 Uhr

«Wir hatten noch nie so viele Digital-Projekte»

Während im Home Office kaum noch gedruckt wird, verzeichnen Office-Kommunikationslösungen einen Boom. So stagniert das Printing Business von Ricoh Schweiz, die Digital-Projekte boomen.
Daniel Tschudi von Ricoh Schweiz ist aktuell mit Digitalisierungs-Projekten beschäftigt
(Quelle: Ricoh Schweiz)
Die Corona-Krise hat Ricoh Schweiz «recht gut gemeistert». Wie Landesgeschäftsführer Daniel Tschudi am Dienstag an einem Medienanlass in Wallisellen sagte, habe der Lockdown sein Unternehmen im Printing-Kerngeschäft zwar «hart getroffen». Denn wenn die Belegschaft von zu Hause aus arbeitet, druckt sie natürlich nicht im Büro. Das Geschäft mit der Office-Kommunikation habe Ricoh aber vervierfachen können, so Tschudi. Beim digitalen Arbeitsplatz, Videokonferenzlösungen und elektronischen Whiteboards gebe es derzeit eine grosse Nachfrage. «Wir hatten noch nie so viele Digitalisierungs-Projekte», sagte der Manager.
Die fortgesetzte Stagnation im Printing-Geschäft – laut Tschudi schrumpft das Druckvolumen sogar jährlich um drei bis vier Prozent – konnte Ricoh Schweiz unter dem Strich aber kompensieren. So bleibt der Anbieter laut IDC mit 22 Prozent weiterhin Marktführer (Vorjahr: 23 Prozent). Durch viel Neugeschäft in den Bereichen Communication Services (+389 Prozent) und IT-Dienstleistungen (+113 Prozent) schaffte die Schweizer Niederlassung die erneute Umsatzsteigerung. Weiter steuerte Ricoh-Tochterfirma Lake Solutions ein Wachstum von 30 Prozent bei. Der Anteil der IT-Services am Gesamtumsatz von Ricoh Schweiz betrug 54 Prozent, was laut Tschudi ein Plus von 4,6 Prozent bedeute.
Im Geschäft mit den Industriedruckern musste Ricoh Schweiz hingegen ein «schwieriges Jahr» durchleben. Die avisierte Marktführerschaft sei nicht erreicht worden, gestand der Landes-Chef ein. Vielmehr sei Ricoh weiterhin die Nummer drei am Markt. Die Corona-Krise habe die Situation noch verschärft. Nun würde mit Finanzierungsangeboten auf potenzielle Kunden zugegangen, sagte Tschudi auf Nachfrage der Computerworld.

Dokumenten Management

Zusätzliche Wachstumsimpulse erwartet Thomas Szegö, Director Sales & Consulting bei Ricoh Schweiz, von der neuen Unternehmenstochter DocuWare. Die deutsche Software-Firma war vor gut einem Jahr vom Ricoh-Konzern übernommen worden und ist spezialisiert auf Enterprise Content Management. Mit der Technologie will Ricoh nun seinen Kunden helfen, die Digitalisierung von dokumentenbasierten Geschäftsprozessen durchgängig zu gestalten. «Wir sind in der Krise nicht parat gewesen», zitierte Szegö einen Kunden, der während des Lockdowns aufgrund manueller Dokumentenbearbeitung die Geschäfte nicht fortführen konnte. Diese Anwender kämen jetzt aktiv auf Ricoh zu mit der Bitte um Unterstützung.
Mit DocuWare gewinnt Ricoh Schweiz neue Kunden. Global ist die Software bei 18'000 Unternehmen im Einsatz. In der Schweiz sind die Handelsbetriebe Sport Baumann Appenzell und Sibirgroup sowie die Industrie-Unternehmen Hilpershauser und Projekto die Referenzen. Unter anderem mit DocuWare-Apps für die Multifunktions-Printer von Ricoh sollen neue Interessenten gewonnen werden, so Szegö.


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