Anwendungs-Container aus den Wolken

Nutzungsoptionen

Um Container beziehungsweise ganze Cluster mit solchen Software-Behältern zu verwalten, stehen Management-Frameworks wie Kubernetes, Docker Swarm und Red Hat OpenShift zur Verfügung. Auch was die Implementierung betrifft, haben Nutzer mehrere Möglichkeiten. Derzeit sammeln nach Angaben von Docker die Hälfte der Nutzer erste Erfahrungen, indem sie ein oder zwei Applikationen containerisieren. Sollen Container in grösserem Massstab zum Zuge kommen, bieten sich zwei Optionen an:
  • Ein Unternehmen nutzt eine Enterprise Container Platform (ECP). Sie stellt eine Umgebung bereit, in der sich Container-Anwendungen entwickeln, bereitstellen, verwalten und absichern lassen. Eine ECP lässt sich im eigenen Rechenzentrum betreiben (On-Premise) oder als Cloud-Service ordern. Hinzu kommen weitere Varianten wie Managed Services.
  • CaaS – Container as a Service: In diesem Fall stellen Cloud-Service-Provider wie AWS, Microsoft oder Google ein Container-Framework bereit.

Container als Cloud-Service

Zunächst ein Blick auf das Angebot bei Container-Diensten, die über Public Clouds bereitstehen (CaaS). In diesem Bereich dominieren nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner die grossen Drei: Amazon Web Services (AWS) mit Elastic Container Service for Kubernetes, Microsoft mit seiner Azure-Plattform und dem Azure Kubernetes Service (AKS) sowie Google mit der Google Kubernetes Engine (GKE).
“Vor allem technologieaffine Unternehmen oder Entwicklerfirmen nutzen Container heute bereits im großen Stil, oft unterstützt durch weitere Technolo­gien wie Jenkins, Docker Swarm und Rancher.„
Dominique Schneider, Presales Engineer, OVH
Allerdings sind mittlerweile weitere Anbieter in diesem Segment aktiv. Dazu zählen die Deutsche Telekom, die über ihre Open Telekom Cloud die Cloud Container Engine (CCE) anbietet. Auch der Linux-Pionier Suse hat mit der Suse CaaS Platform eine Lösung entwickelt. Sie zielt auf Betreiber von Online-Plattformen, die darüber eigene Software vertreiben. Seit Anfang 2018 ist zudem 1&1 Ionos auf dem CaaS-Markt aktiv. Der Service-Provider aus Deutschland stellt beispielsweise Kubernetes as a Service sowie 1&1 Ionos Container Cluster bereit. Hinzu kommen weitere Anbieter im Bereich CaaS, etwa Oracle, IBM und HPE, also IT-Firmen, die verstärkt auf Public-Cloud-Dienste setzen. Noch in Vorbereitung ist die Plattform von SAP.

Kern: die Orchestrierung

Eine Hauptaufgabe von CaaS-Plattformen besteht darin, Werkzeuge für die Orchestrierung von Containern bereitzustellen beziehungsweise APIs (Application Programming Interfaces) zu solchen Tools anzubieten. De facto sind das meist Schnittstellen zu Kubernetes. Teilweise stehen auch Docker Swarm oder DC/OS von Mesophere zur Verfügung. Cloud-Service-Provider bieten als Ergänzung zudem weitere notwendige Ressourcen an, etwa Speicherplatz (Storage) auf Basis von Object Storage oder Block Storage. Hinzu kommen Server-Kapazitäten (Compute) und Netzwerkkomponenten (Networking), ausserdem Datenbanken. Als Ergänzung stehen Sicherheits- und Monitoring-Dienste zur Verfügung, zudem Services für den Lastausgleich (Load-Balancing) und eine beschleunigte Bereitstellung.
Der Vorteil eines solches Baukastens ist, dass ein Nutzer quasi alle Komponenten aus einer Hand erhält, die er für die Implementierung einer Container-Umgebung benötigt. Das entlastet die hauseigene IT-Abteilung und hat den Vorteil, dass sich die Ressourcen nach Bedarf erweitern oder reduzieren lassen. Das gilt nicht nur für die IT-Infrastruktur wie Speicherplatz und Server-Kapazitäten, sondern auch für Entwicklungs- und Testwerkzeuge sowie Monitoring-Tools.


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