Providertrends und Cybersecurity 06.11.2018, 10:49 Uhr

90 Gäste an KMU-Event von GGA Maur

Für Unternehmen werden Daten und deren sichere Übertragung zum kritischen Faktor im wirtschaftlichen Wettbewerb. Wie man seine Daten schützt und wohin sich die Übertragungstechnik entwickelt, darüber sprachen ein Wissenschaftler und verschiedene IT-Anbieter im Kraftwerk Zürich.
Vertreter von ETHZ, EWZ, GGA Maur und Studerus sprachen über die Trends in der Datenübertragungstechnik und die Bedeutung von IT-Sicherheitsrisiken.
(Quelle: GGA Maur)
Anfang November hat der Provider GGA Maur zusammen mit dem Elektrizitätswerk Zürich (EWZ) und dem Value-Add-Distributor Studerus IT- und Businessentscheider eingeladen. Im Kraftwerk Zürich diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft mit den über 90 Teilnehmenden über die Kommunikation der Zukunft und die damit einhergehende Cybersecurity, wie GGA Maur in einer Mitteilung schreibt.
 
Die Vortragsreihe eröffnete Jürg Leuthold, Professor für Photonik und Kommunikation der ETH Zürich. Leuthold zeigte das Wachstum der Bandbreiten auf. Im Jahr 2000 seien Anwender noch mit 128 kbit/Sekunde zufrieden gewesen. Heute benötigten Nutzer 1 Gbit/Sekunde. Bis 2030 werde mehr als das Zehnfache davon der Standard sein, prognostizierte Leuthold.
Die Informationstechnologien würden unseren Lebensstandard nachhaltig verbessern. Jedoch sei dazu der kontinuierliche Ausbau der bestehenden Infrastruktur nötig, resümierte der Wissenschaftler.
Die Physik sei noch nicht an ihren Grenzen angelangt.

Bandbreiten im Petabit-Bereich möglich

Laut dem ETH Professor können im Labor bereits heute in einer einzigen Glasfaser Geschwindigkeiten von gut einem Petabit pro Sekunde erreicht werden. Auch bei der mobilen Datenübertragung sei das Potenzial bezüglich Kapazität noch längst nicht ausgeschöpft.
Herausforderungen beim Energieverbrauch, der Prozessorenleistung und den optischen Komponenten sieht der Wissenschaftler als lösbar an. Schwieriger gestalteten sich gesellschaftliche Herausforderungen, die sich aus dem technologischen Wandel ergeben – etwa mögliche gesundheitliche Belastungen durch Strahlung, Sicherheitsaspekte und der Wandel im Arbeitsmarkt und Bildungssystem.
In der Stadt Zürich verlegt das EWZ Glasfasern. Francesco Caiafa von EWZ Telecom führte aus, wie das Unternehmen bis Ende des kommenden Jahres der gesamten Stadt Zürich ein Glasfasernetz anbieten will. Die Glasfaserkabel führenden Rohre würden in Betonröhren in einer Tiefe von 60 Zentimeter verlegt und seien dadurch vor Ausseneinwirkungen geschützt.

Jedes Unternehmen ist bedroht

Marc Henauer von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) ging in seinem Referat auf die Cyber-Risiken ein. Diese bedrohten jedes Unternehmen unabhängig von Branche und Grösse.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Informationstechnologien für Unternehmen steigen laut Henauer die Vernetzung und der Wert des Informationszugangs. Gleichzeitig nehme damit auch die Möglichkeit für Betrug, Spionage, Erpressung und Sabotage zu. Dies veranschaulichte Henauer anhand von unterschiedlichen Beispielen, wie etwa dem WannaCry-Angriff, der 2017 weltweit zahlreiche Computersysteme lahmgelegt hatte.

Eine Ablenkung genügt

Aus Sicht des Gegners Einen Perspektivenwechsel bot im Anschluss Ivan Bütler, CEO von Compass Security. Im Dezember 2017 konnte sich Bütler im Auftrag des SRF trotz Ankündigung erfolgreich in das Netzwerk des Energieversorgungsunternehmens EBL im Kanton Baselland hacken und einen Teil der Weihnachtsbeleuchtung ausschalten.
Die Achillesferse des Internets seien die Menschen, die auf die Geschichten der Hacker hereinfiellen und ihnen auf diese Weise Zugang zu IT-Systemen gewährten, resümierte Bütler. Dies könne etwa über eine gefälschte Bewerbung auf einem USB-Stick oder über einen Mailanhang geschehen.
Im Falle des EBL habe es ein Ablenkungsmanöver am Empfang der EBL gebraucht, um einen fremden Techniker ins Unternehmen einzuschleusen, der ungestört ein Schadprogramm in dem System installierte.

Tipps für die IT-Security

Das Thema Cybersecurity vertiefte Hugo Bossard, CIO vom IT-Distributor Studerus. Er erläuterte wie KMU mit Schadprogrammen umgehen können und stellte Firewall-Dienste von Studerus vor. In einem zweiten Teil gab Bossard den Anwesenden fünf Tipps zur Ransomware Prävention:
1. Als solide erste Abwehr sollten KMU eine Firewall installieren.
2. KMU sollten regelmässige Backups machen, die ausserhalb des Gebäudes und des Netzwerks abgelegt werden und im Notfall wiederhergestellt werden können.
3. Das verwendete Betriebssystem sollte auf allen verwendeten Computern immer auf dem neusten Stand sein. Sicherheitsupdates verringern die Möglichkeiten für Cyberkriminelle.
4. E-Mail-Anhänge und unbekannte Links sollten vorsichtig behandelt und im Zweifelsfall nicht geöffnet werden.
5. Auf jeden Rechner des Unternehmens gehört ein aktuelles Anti-Virus Programm.


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