19.10.2017, 09:50 Uhr

Swissquote-Chef glaubt nicht an Bitcoin als Zahlungsmittel

Marc Bürki, Chef des Online-Brokers Swissquote, sieht im Bitcoin kein Zahlungsmittel, das sich langfristig durchsetzen wird. Dennoch bezeichnet er die dahinter stehende Blockchain-Technologie als «Revolution».
Marc Bürki führte mit Swissquote im Juli eine Bitcoin-Handelsplattform ein
Nach Ansicht von Swissquote-Chef Marc Bürki wird sich Bitcoin kaum als Zahlungsmittel durchsetzen. Bei einem derzeitigen Kurs von mehr als 5600 Dollar und aufgrund der hohen Volatilität sei es schwierig, sich als Handelswährung zu etablieren, sagt er. «Die begrenzte Anzahl an Bitcoins wird den Kurs aber weiter treiben», sagt Bürki in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «L'Agefi» vom Mittwoch.
Der Bitcoin, für den der Online-Broker vor Mitte Juli eine eigene Handelsplattform lanciert hatte, ging zuletzt durch Höhen und Tiefen. Er stieg Mitte August auf 4000 Dollar und fiel einen Monat später auf 3300 Dollar zurück. Vor knapp einer Woche durchbrach er die 5000-Dollar-Marke. Momentan steht der Kurs bei etwa 5400 Dollar.

Hohe Handelsvolumen

Nach drei Monaten zieht Bürki eine positive Bilanz der Bitcoin-Handelsplattform. «Der Erfolg übertrifft die Erwartungen. Mehrere Millionen werden täglich gehandelt und die Umsätze steigen weiter an», sagt der Swissquote-Chef. Die Auswirkungen auf das Ergebnis von Swissquote seien zwar positiv, im Moment aber noch marginal, erklärt er. Die überwiegende Mehrheit der Transaktionen habe einen spekulativen Hintergrund, aber manche nutzten Bitcoins auch als Wertanlage, sagt der Chef des Waadtländer Geldhauses. Auch die Präsenz von jüngeren und von den neuen Technologien begeisterten Investoren, die Bitcoins kaufen, erachtet Bürki als positiv. Swissquote habe ausserdem den Vorteil als regulierte Bank die Verfügbarkeit und Bezahlung des Gegenwerts zum Zeitpunkt des Verkaufs von Bitcoins garantieren zu können.

Kryptowährungen verstehen

Das Hauptziel der Plattform sei zudem nicht Einnahmen zu generieren, sondern den Handel mit Kryptowährungen «von innen heraus zu verstehen und regulatorische Probleme zu erkennen», sagt Bürki, der die hinter dem Bitcoin stehende Blockchain-Technologie als Revolution bezeichnet. Nach seiner Ansicht kann sich eine Bank, die Onlinehandel anbietet, nicht leisten, diese neue Technologien zu verpassen.


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