Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Smarte Städte: Stuttgart verdrängt München von der Spitze

Stuttgart ist die smarteste Stadt Deutschlands. Im Digital-Ranking des Bitkom löst die Schwabenmetropole München an der Spitze ab. Auf den dritten Platz kommt erneut Hamburg. Die grössten Aufsteiger sind Erlangen und Hildesheim.
Fernsehturm Stuttgart
© Stuttgart-Marketing GmbH/SMG Achim Mende

Deutschland hat eine neue smarteste Stadt: Stuttgart löst München an der Spitze des Smart City Index ab, den der Branchenverband Bitkom zum nunmehr achten Mal erstellt hat. Dafür wurden insgesamt 14.442 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Analysiert und bewertet wurden alle 83 deutschen Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 100.000. Untersucht wurden die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung.

Die Schwabenmetropole erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten, vor München (92,0 Punkte) und Hamburg (91,5 Punkte). Es folgen Nürnberg (91,3 Punkte), das sich um vier Plätze verbessert, und Düsseldorf (90,9 Punkte). Neu in den Top 10 ist Aachen (85,5 Punkte), das um sechs Plätze auf Rang 10 vorrückt, aus der Spitzengruppe herausgefallen ist Heidelberg (84,7 Punkte, Rang 13).

Stuttgarts Erfolg beruht laut dem Bitkom auf einer Digitalisierung in der Breite: Als einzige der 83 untersuchten Grossstädte landet die baden-württembergische Landeshauptstadt in allen fünf untersuchten Kategorien unter den besten 10: Platz 1 bei Energie und Umwelt, Platz 3 bei der Verwaltung, Rang 6 bei IT und Kommunikation, Rang 7 bei Gesellschaft und Bildung und Rang 8 bei der Mobilität.

Erlangen und Hildesheim verbssern sich

Die grössten Sprünge nach vorn machen in diesem Jahr Städte aus dem Mittelfeld. Erlangen (69,7 Punkte) verbessert sich um 19 Plätze auf Rang 56. Das liegt vor allem an der Verwaltung, wo die Stadt um 43 Plätze auf Rang 29 klettert. Inzwischen sind in Erlangen 100 Prozent der abgefragten Leistungen digital verfügbar, in Bürger- und Gewerbeamt gibt es eine verbindliche digitale Terminbuchung, bei internen Prozessen und Bezahlvorgängen erreicht Erlangen die volle Punktzahl. Ebenfalls um 19 Plätze verbessert sich Hildesheim (68,8 Punkte) auf Rang 60. Unter anderem sind die eAkte, Dokumentenmanagement und Künstliche Intelligenz in allen Ämtern im Einsatz, dazu kommen digitale Wärmeplanung und eine stark ausgebaute Ladeinfrastruktur.

Es gibt aber auch Städte, die deutlich zurückfallen: Paderborn (71,6 Punkte) verliert 16 Plätze und liegt nun auf Rang 52, ebenso viele Plätze verlieren Heilbronn (71,3 Punkte, Rang 53) und Koblenz (69,0 Punkte, Rang 59). Dresden (78,8 Punkte) rutscht um zwölf Plätze auf Rang 30 ab, 2023 schaffte es die Stadt an der Elbe noch in die Top 10 auf Platz 6. Darmstadt (79,0 Punkte) verliert elf Plätze auf Rang 28, obwohl die Stadt die Kategorie Gesellschaft und Bildung gewinnt, bei der Verwaltung geht es um 34 Plätze nach unten. Schlusslicht im Ranking ist Remscheid (47,3 Punkte) auf Rang 83.

Grössere Städte im Vorteil

Landeshauptstädte (im Schnitt 79,3 Punkte), Städte mit Exzellenzunis (79,7 Punkte) und die vom Bund geförderten Modellprojekte Smart Cities (76,2 Punkte) schneiden besser ab als der Durchschnitt aller Städte (73,8 Punkte). Deutlich sichtbar bleibt der Unterschied zwischen grossen und kleineren Grossstädten. Städte ab einer Million Einwohner erreichen im Mittel 87,5 Punkte (Vorjahr: 85,8 Punkte), Städte zwischen 500.000 und 999.999 Einwohnern 84,5 Punkte (81,0). Am unteren Ende stehen die Städte zwischen 100.000 und 149.999 Einwohnern mit 66,8 Punkten – sie legen mit plus 4,4 Punkten allerdings am stärksten zu (Vorjahr: 62,4 Punkte).

«Der Smart City Index zeigt: Viele Städte sind in einzelnen Bereichen richtig gut, auch wenn es in der Gesamtschau nicht für eine Top-Platzierung reicht. Die Stärken entstehen nicht zufällig, sie sind das Ergebnis klarer Prioritäten und der Arbeit vieler engagierter Menschen in den Kommunen», so Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. «Umso wichtiger ist es, voneinander zu lernen und dafür zu sorgen, dass vorbildliche Lösungen über die jeweilige Stadt hinaus sichtbar werden.»

Digitalisierung
Anzeige

Neueste Beiträge

Sunrise schliesst Konsultationsverfahren ab
Anstatt des ursprünglich erwogenen Abbaus von bis zu 450 Stellen meldet Sunrise, dass dank des Konsultationsverfahrens nun 358 betriebsbedingte Kündigungen vorgenommen werden.
2 Minuten
25. Okt 2026
Itsyhome: das traute Heim im Blick im Apple Kosmos - Apple-Ecke
Apples hauseigene Home-App gilt nicht gerade als Vorzeige­modell unter den Steuerungen für die Heimautomatisierung.
2 Minuten
24. Okt 2026
Green plant neuen Datacenter-Campus in Birr - Neues Rechenzentrum
Green hat in Birr rund 250’000 Quadratmeter Land von ABB gekauft. Geplant sind ein Datacenter-Campus sowie Flächen für Industrie und Gewerbe. Der kommunale Planungsbericht sah Rechenzentren bereits 2023 als mögliche Nutzung vor.
4 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Nutzen und Mehrwert sind gefragt - Top-10 der ICT-Sparten
Wen wundert’s: Geopolitische und wirtschaftliche Wirrungen verunsichern die Kunden und lassen sie abwarten. Investiert wird gezielter – und nur dort, wo ein klarer, rascher Mehrwert erkennbar ist.
11 Minuten
Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige