Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Keine Aufhebung der Abstimmung über E-ID-Gesetz wegen Swisscom-Spende

Die eidgenössische Abstimmung vom 28. September 2025 über das E-ID-Gesetz wird nicht wiederholt. Das Bundesgericht tritt auf die verspätet erhobenen Beschwerden im Zusammenhang mit der Zuwendung der Swisscom von 30'000 Franken an ein privates Abstimmungskomitee nicht ein. 
© E-ID

Am 28. September 2025 fand die eidgenössische Abstimmung zum Bundesgesetz über den elektronischen Identitätsnachweis und andere elektronische Nachweise (E-ID-Gesetz) statt. Gemäss dem gleichentags veröffentlichten provisorischen amtlichen Ergebnis wurde die Vorlage mit einem Mehr von 21'270 Ja-Stimmen angenommen. Am 26. August 2025 war auf der Meldeplattform der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zur Kampagnenfinanzierung eine Zuwendung der Swisscom in der Höhe von 30'000 Franken (ohne Mehrwertsteuer) zu Gunsten des «Wirtschaftskomitees Schweizer e-ID» veröffentlicht worden, welches für die Annahme des E-ID-Gesetzes eintrat.  Zwei Tage vor dem Abstimmungstermin wurden Sachleistungen der Ringier AG sowie der TX Group AG im Wert von 85'000 bzw. 78'000 Franken an die «Allianz Pro e-ID» veröffentlicht. Mehrere Personen und Gruppierungen erhoben deshalb Abstimmungsbeschwerden.

Das Bundesgericht tritt an seiner öffentlichen Beratung vom 21. April 2026 auf die Beschwerden nicht ein, soweit sie die Zuwendung der Swisscom betreffen. Die diesbezüglichen Beschwerden wurden erst im Anschluss an eine entsprechende Meldung vom 21. September 2025 in der NZZ am Sonntag oder nach der Abstimmung und damit verspätet eingereicht. Auf der Meldeplattform der EFK wurde die Zuwendung bereits am 26. August 2025 veröffentlicht. Abstimmungsbeschwerden im Zusammenhang mit der Zuwendung eines staatlich beherrschten Unternehmens wie der Swisscom müssen sofort erhoben werden. Gemäss dem Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR) gilt eine Frist von drei Tagen ab Entdeckung des Beschwerdegrundes. Das BPR sieht zudem vor, dass Informationen über Zuwendungen im Abstimmungskampf grundsätzlich spätestens 30 Tage vor der Abstimmung auf der Plattform der EFK veröffentlicht werden müssen. Im konkreten Fall wäre der letzte Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Informationen zur Zuwendung der Swisscom folglich der 30. August 2025 gewesen. An diesem Tag war es den interessierten Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern möglich und zumutbar, die fragliche Plattform der EFK zu konsultieren, welche form- und kostenlos zugänglich ist.

Die Beschwerden im Zusammenhang mit den Sachbeiträgen der Ringier AG und der TX Group AG weist das Bundesgericht ab. Hier galt keine Pflicht zur Beschwerdeerhebung vor der Abstimmung. Private Medien sind grundsätzlich nicht zu politischer Neutralität verpflichtet. Zwar wurden die Sachzuwendungen auf der Meldeplattform verspätet ausgewiesen. Eine Verletzung der Transparenzbestimmungen kann jedoch nicht isoliert beanstandet werden. Vielmehr würde eine Aufhebung der Abstimmung oder die Feststellung einer Verletzung des Stimmrechts wegen dieser privaten Zuwendungen erhebliche Unregelmässigkeiten voraussetzen. Davon ist hier nicht auszugehen.

Recht Gerichtsfall Politik Digitalisierung
Anzeige

Neueste Beiträge

Samsung baut weiter am vernetzten KI-Universum - IFA 2026
Samsung präsentiert an der IFA 2026 im Berliner Humboldt Carré seine Vision eines KI-gestützten Alltags. Unter dem Motto «Companion to AI Living» zeigt der südkoreanische Hersteller vernetzte Geräte von Fernsehern über Monitore bis hin zu Haushaltsgeräten und Mobiltelefonen.
5 Minuten
3. Sep 2026
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026
Bundesrat wählt Tobias Walser in den ETH-Rat
Der Bundesrat hat den Umweltnaturwissenschaftler Tobias Walser als Delegierten der Hochschulversammlungen der ETH Zürich und der EPFL in den ETH-Rat gewählt.
2 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Brack.Alltron CONNECT 2026: Die wichtigste ICT-Leitmesse der Schweiz
Auf der CONNECT 2026 von Brack.Alltron am 26. und 27. August 2026 in Zürich-Oerlikon treffen sich ICT-Professionals zur wichtigsten Fachmesse der Branche. In der Halle 550 präsentiert der Veranstalter Brack.Alltron unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» an zwei Tagen die neuesten Trends und Lösungen. 
5 Minuten
27. Aug 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige