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Hitze ist laut dem Bund das grösste Klima-Risiko für die Schweiz

Hitzeperioden, trockene Sommer, Starkniederschläge und veränderte Lebensräume: Der Klimawandel birgt laut einem neuen Bericht vom Bund zunehmende Risiken für die Menschen in der Schweiz.
© (Quelle: Marcel Eberle/Unsplash)

«Klimarisiken betreffen uns alle und sie nehmen zu», sagte Roland Hohmann von der Abteilung Klima des Bundesamts für Umwelt (Bafu) am Donnerstag in Bern.

Als Grundlage für die Anpassung an den Klimawandel hat das Bafu zum zweiten Mal nach 2017 die Klimarisiken für die Schweiz analysiert und ihre Entwicklung bis zum Jahr 2060 eingeschätzt. Der Bericht basiert auf der Annahme, dass Klimaemissionen weiter ansteigen, wie Hohmann erklärte. Er stützt sich auf die aktuelle wissenschaftliche Literatur sowie auf Interviews mit Expertinnen und Experten.

Hitze ist heute die tödlichste Klimagefahr

Das grösste Risiko für die Gesundheit der Schweizerinnen und Schweizer ist laut dem Bericht die Hitze. Besonders betroffen seien städtische Gebiete, sagte Hohmann. Hitze sei heute die tödlichste Klimagefahr. So könnten im Jahr 2023 542 Todesfälle in der Schweiz auf Hitze zurückgeführt werden.

Zudem beeinträchtigen hohe Temperaturen bereits heute auch das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Menschen. Mit dem Klimawandel werden Hitzeperioden und sehr heisse Tage häufiger und intensiver. Risiken aufgrund zunehmender Hitzebelastung werden dadurch verschärft.

Gleichzeitig wird die Bevölkerung der Schweiz immer älter. Von der Hitze betroffen sind neben Menschen auch Wirtschaftsaktivitäten, Infrastrukturen, die Landwirtschaft und die Waldwirtschaft.

Sommer werden trockener

Als deutlich grössere Bedrohung als im letzten Klima-Risikobericht vor acht Jahren wird im aktuellen Bericht die Trockenheit eingestuft. Trockene Sommer haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft, hielten die Autorinnen und Autoren im Bericht fest. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Land- und Waldwirtschaft, die Schifffahrt, aber auch auf die Ökosysteme.

In den letzten intensiven Trockenperioden in den Jahren 2003, 2015 und 2018 sei die Raufutterproduktion etwa um bis zu 25 Prozent tiefer gelegen als in anderen Jahren, erklärte Hohman.

Bis 2060 wird laut dem Bericht im Sommer bis zu einem Viertel weniger Regen fallen, und Trockenperioden werden generell länger dauern.

Starkniederschläge und instabile Hänge

Gleichzeitig zur zunehmenden Trockenheit kommt es auch zunehmend zu Starkniederschlägen. Folgen davon können neben Überschwemmung auch Ereignisse wie Murgänge sein.

Zudem kommt es mit zunehmenden Starkniederschlägen in Kombination mit auftauendem Permafrost und schmelzenden Gletschern auch immer mehr zu Instabilitäten in den Bergen. «Das Ereignis in Blatten hat gezeigt, dass dieses Risiko auch bewohnte Gebiete treffen kann», betonte Hohmann.

 

Durch den Klimawandel wird sich die Gefährdung laut dem Bericht verändern und lokal akzentuieren. «Insbesondere im alpinen Raum gehören gravitative Massenbewegungen deswegen zu den relevantesten Risiken des Klimawandels, weil die Hangstabilität abnimmt und der Raum intensiver genutzt wird», wie die Expertinnen und Experten in der Analyse schrieben.

Als weiteres Risiko identifizierte der Bericht die Veränderung der Artenzusammensetzung. Mit den Veränderung kämen gebietsfremde Arten in die Schweiz, erklärte Hohmann. Darunter etwa die asiatische Tigermücke, die neue Krankheitserreger wie Dengue-Viren nach Mitteleuropa bringe.

Massnahmen können Risiken mindern

Der Klimawandel birgt der Klima-Risikoanalyse zufolge auch Chancen. So nimmt mit milderen Wintern etwa der Verbrauch von Heizenergie ab und die Bedingungen für den Sommertourismus werden durch die längeren Trockenperioden besser. Diese Opportunitäten werden im neuen Klima-Risikobericht aber geringer eingeschätzt als in der letzten Version.

Mit Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel können die Folgen vermindert werden, wie das Bafu betonte. Weitere Anstrengungen seien aber notwendig, um zukünftige Risiken zu minimieren. Der Bund unterstütze Anpassungsprojekte der Kantone, Gemeinden und Unternehmen im Rahmen des CO2-Gesetzes. Die wichtigste Massnahme zur Begrenzung des Klimawandels bleibe aber die Reduktion der Treibhausgasemissionen.

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