Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Finger-Rechnen ist laut Studie Sprungbrett für Mathematik-Erfolg

Das Rechnen mit Fingern in der Primarschule ist ein wichtiges Werkzeug für mathematisches Lernen. Durch Langzeit-Beobachtungen fanden Forscherinnen in der Schweiz heraus, dass Kinder besser Rechnen lernen, wenn sie ihre Hände einsetzen.
© (Quelle: Google Gemini)

Eltern und Lehrer sollten deshalb Kinder nicht vom Zählen mit Fingern abhalten, sagte Studienautorin Catherine Thevenot von der Universität Lausanne der deutschen Nachrichtenagentur DPA. «Kinder sollten sich nie dafür schämen, ihre Finger zu verwenden. Sie sollten stolz darauf sein, sie zum Lösen von Rechnungen einzusetzen», sagte die Psychologin.

Voriges Jahr hatte Thevenot eine Studie zu Kindergartenkindern veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Rechenleistung von Kindergartenkindern kann verbessert werden, wenn ihnen das Finger-Zählen beigebracht wird.

200 Kinder über Jahre beobachtet

Andererseits hatten frühere Forschungen gezeigt, dass Kinder ab einem Alter von etwa sieben Jahren ohne Finger-Einsatz bessere Rechenleistungen erbringen als Finger-Rechner. Nun haben sich Thevenot und ihre Kollegin Marie Krenger angesehen, was hinter diesem Phänomen steckt.

Dafür verfolgten sie die längerfristige Entwicklung von rund 200 Schweizer Kindern im Alter von etwa viereinhalb bis siebeneinhalb Jahren - diesmal ohne Anleitung zum Finger-Rechnen. In regelmässigen Abständen wurden sie dabei beobachtet, wie sie addierten.

Je früher, desto besser

Es zeigte sich: Je früher die Finger zu Hilfe genommen wurden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder später gut rechnen. Kinder, die über die Jahre nie mit den Fingern zählten, zeigten hingegen die schwächsten Leistungen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Developmental Psychology» veröffentlicht.

Dass Kinder ohne Finger-Hilfe ab etwa sieben Jahren besser abschneiden, liegt laut den Beobachtungen der Forscherinnen daran, dass sie in den Jahren zuvor das Rechnen mit Hilfe ihrer Hände gelernt hatten und dann zum Kopfrechnen übergegangen waren. Die ehemaligen Fingerzähler übertrafen sowohl Kinder, die nie ihre Finger genutzt hatten, als auch solche, die weiterhin damit arbeiteten.

Wenn Kinder über acht Jahren noch immer ihre Hände zum Rechnen brauchen, könne dies ein Anzeichen für Probleme sein, sagte Thevenot. Doch auch dann sollten sie nicht gescholten werden, betonte sie. Denn die Finger würden ihnen wahrscheinlich dabei helfen, die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen - nur eben etwas später als andere Kinder.

Forschung Gesellschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

Gratis-WLAN im Postauto nur noch bis Ende 2026
Die Nutzerzahlen des Gratis-WLAN in Postautos sinken, und für den Betrieb wird WLAN nicht mehr benötigt. Da sich auch die Finanzierung ändern wird, bietet PostAuto diese Dienstleistung noch bis Ende 2026 an.
2 Minuten
11. Jun 2026
Christof Legat übernimmt DACH-Führung bei Zoom
Zoom stärkt seine Präsenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit Christof Legat übernimmt ein Manager mit Erfahrungen bei Komsa und Avaya die neu geschaffene Position des Head of DACH.
3 Minuten
11. Jun 2026
Prüfung des Einsatzes von Linked Data Services
Linked Data Service (LINDAS) ist eine IT-Dienstleistung des Bundesarchivs (BAR). Mit LINDAS können Bund, Kantone und Gemeinden frei verfügbare, sogenannte offene Verwaltungsdaten (Open Government Data – OGD) vernetzen und publizieren.
2 Minuten
11. Jun 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Fitbit Air im Unboxing-Video
Wir haben den Fitnesstracker Fitbit Air bekommen und dazu ein Video vom Unboxing gedreht.
2 Minuten
18. Mai 2026
Schweizer Geoportal zeigt die Schweiz aus 1000 Perspektiven
Das vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo betriebene Geoportal umfasst seit Mai 2026 schon 1000 Datensätze zu unterschiedlichsten Themen wie Gesellschaft, Umwelt, Energie bis hin zu historischen Karten, Landschaftsmodellen und Luftbildern.
3 Minuten
19. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige