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Digitalisierung spaltet die deutsche Wirtschaft

Viele Unternehmen profitieren bereits von der Digitalisierung. Gleichzeitig kommt rund die Hälfte mit der Transformation kaum hinterher, und für einige wird sie sogar zur Existenzfrage.
© shutterstock / Summit Art Creations

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum zentralen Motor der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft. Nach einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom setzen inzwischen 41 Prozent der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten KI ein. Weitere 48 Prozent planen entsprechende Anwendungen oder diskutieren darüber.

Der Zuwachs ist erheblich: Vor einem Jahr nutzten erst 17 Prozent der Unternehmen KI. Für viele Anwender zeigt sich bereits ein messbarer Nutzen. Drei Viertel der Unternehmen, die KI einsetzen, sehen dadurch ihre Wettbewerbsposition verbessert, mehr als die Hälfte berichtet von einem konkreten Beitrag zum Unternehmenserfolg. „Künstliche Intelligenz ist weltweit der entscheidende Treiber für mehr Produktivität und Effizienz. Die deutsche Wirtschaft macht beim KI-Einsatz Tempo“, sagt Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der Fortschritt sehr unterschiedlich ausfällt. Während einige Unternehmen ihre Prozesse und Geschäftsmodelle bereits umfassend digitalisiert haben, kämpfen andere noch mit grundlegenden Umstellungen. „Bei der Digitalisierung ist Deutschland gespalten: Wir haben Unternehmen, die auch im internationalen Vergleich ganz vorne mit dabei sind – und solche, die Gefahr laufen abgehängt zu werden“, so Wintergerst.

Viele Unternehmen kämpfen mit der Transformation

Grundsätzlich fällt die Bilanz vieler Unternehmen zur Digitalisierung positiv aus. 77 Prozent sehen darin eher Vorteile für ihr Geschäft, weitere 16 Prozent sogar grosse Vorteile. Trotzdem zeigt sich eine deutliche Herausforderung: 51 Prozent der Unternehmen geben an, Probleme bei der Umsetzung ihrer Digitalstrategie zu haben. Für 13 Prozent ist die Digitalisierung sogar zu einer existenziellen Bedrohung geworden. Zwei Drittel der Unternehmen berichten zudem, dass Wettbewerber aus der eigenen Branche, die früher mit der Digitalisierung begonnen haben, inzwischen einen Vorsprung haben.

Ein weiteres Problem liegt im Umgang mit Daten. Zwar sagen 42 Prozent der Unternehmen, dass sich ihr Geschäftsmodell durch Digitalisierung bereits verändert hat. Doch viele nutzen ihre vorhandenen Daten noch kaum. Nur 32 Prozent geben an, das Potenzial ihrer Daten aktiv zu nutzen, fünf Prozent sogar vollständig. 61 Prozent schöpfen diesen Datenschatz bislang kaum oder gar nicht aus. „Viele deutsche Unternehmen sitzen auf einem Datenschatz, den sie noch nicht gehoben haben“, sagt Wintergerst. Gerade beim Einsatz von KI könne dieser Datenbestand die Grundlage für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle bilden.

Investitionen in Digitalisierung steigen

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage planen viele Unternehmen, ihre Investitionen in digitale Technologien zu erhöhen. 36 Prozent wollen 2026 mehr Geld in Digitalisierung investieren, während nur 13 Prozent ihre Ausgaben reduzieren wollen.

Als wichtigste Hindernisse nennen Unternehmen vor allem Datenschutzanforderungen (77 Prozent) und den Fachkräftemangel (70 Prozent). Auch fehlende Zeit, finanzielle Mittel oder langwierige Entscheidungsprozesse bremsen viele Projekte. Für Wintergerst ist deshalb klar: „Damit Digitalisierung erfolgreich ist, muss sie von Vorstand oder Geschäftsführung vorangetrieben werden – zugleich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgenommen werden.“

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