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Lesedauer 2 Min.

Hasskommentare sind meist Schnellschüsse

Kurz nach der Veröffentlichung eines Artikels geschriebene Kommentare enthalten häufiger Hass und Drohungen als später gepostete Kommentare. Das zeigt eine Zeitanalyse von Forschern der Universität Göteborg.
© Gemini

Die Wissenschaftler haben 38 Mio. Leserkommentare auf der Website der britischen Tageszeitung "The Guardian" analysiert.

2,5 Prozent der Texte beanstandet

Die Zeitung hatte im Januar 2024 über 580 Mio. Besucher auf ihrer Nachrichtenseite. Kommentare zu Artikeln werden moderiert und entfernt, wenn sie gegen die Community-Richtlinien verstossen, zu denen auch Hassreden und Drohungen gehören. Davon waren rund 2,5 Prozent der Kommentare betroffen, sodass sie entfernt wurden, wie die Untersuchung zeigt.

Laut der Studie werden hasserfüllte Kommentare schneller gepostet als andere, weil sie "in der Hitze des Gefechts geschrieben werden", sagt William Hedley Thompson. Ausserdem hat der Fachmann festgestellt, dass hasserfüllte Kommentare weitere Posts gleichen Kalibers nach sich ziehen. Das Niveau der Diskussion werde durch den ersten Kommentar vorgegeben. Dadurch fühlten sich Leser gezwungen nachzuziehen.

"Fenster" wird schneller geschlossen

Wie viele andere Medien hat auch die untersuchte Zeitung die Möglichkeit, Nachrichtenartikel zu kommentieren, zunehmend eingeschränkt. Einige Kommentarbereiche werden bereits 24 Stunden nach Veröffentlichung des Artikels geschlossen. Eine andere Lösung könnte darin bestehen, eine Verzögerung für diejenigen zu erzwingen, die einen Kommentar posten möchten, meint Thompson. Eine kurze Denkpause könne das Klima der Debatte in den Kommentarbereichen verbessern.

"Aber manche Leute werden durch die Verzögerung provoziert und noch wütender. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir nur diejenigen bremsen können, die wahrscheinlich hasserfüllte Kommentare hinterlassen, ohne mehr Leute zu verärgern", schreibt Thompson in der Erhebung. Das werde wohl kaum zu schaffen sein. (pressetext.com)

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