Christophe Beaud: Wir sprechen bei Peoplefone von einem Start-up, weil unsere Mitarbeitenden agieren können und sollen, wie wenn es ihre eigene Firma wäre. Das ist uns sehr wichtig, denn so können wir etwas bieten, was ein Grossunternehmen nicht kann. Schliesslich ist unser Hauptproblem das Recruiting – qualifiziertes IT-Personal zu finden, ist nicht einfach.
Danette Beaud: Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Männer und Frauen oft unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Situation haben. Diese unterschiedlichen Ansichten führen oft zu besseren Lösungen.
CW: Ergänzen Sie sich auch charakterlich?
Danette Beaud: Absolut! [lacht] Wir sind charakterlich pure Gegensätze.
Christophe Beaud: Aber das kann nur funktionieren, wenn niemand dominiert.
CW: Wie zeigt sich der Start-up-Charakter von Peoplefone?
Christophe Beaud: Der Start-up-Spirit ist immer noch da: Wir holen das Maximum aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen heraus. Natürlich sind wir gewachsen und mussten uns organisieren. Im Gegensatz zu Grossunternehmen, in denen Mitarbeitende häufig nur ihre Pflichten erfüllen, denken Start-up-Mitarbeitende aktiv mit, weil sie auch Unternehmer sind. Bei einer Firma, die aus lauter Beamten besteht, ist das viel seltener der Fall.
Danette Beaud: Wir möchten, dass alle unsere Mitarbeitenden sich als Unternehmer sehen und auch so handeln. Bei der Einstellung legen wir Wert darauf und sorgen auch dafür, dass alle gut über alle Prozesse im Unternehmen informiert sind. Das schafft eine gute Redundanz: Für jede Aufgabe gibt es mehrere Personen, die sie übernehmen können. Fällt jemand aus, können sofort andere einspringen. Es gibt bei uns weder klare Trennungen der Zuständigkeiten noch Jobbeschreibungen, in denen sämtliche Tätigkeiten definiert sind. Um allen den Überblick zu ermöglichen, führen wir jeden Montag eine Sitzung mit allen Mitarbeitenden durch. Das erleichtert vieles.
CW: Welches sind die Alleinstellungsmerkmale von Peoplefone?
Christophe Beaud: Ein Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich unsere hervorragende Beziehung zu den lokalen Installationspartnern. Wenn sie uns anrufen, kommen sie sofort zu einem Techniker durch. Das ist ein starkes Argument für die Installationspartner. Ein Unternehmen mit reinem Beamtenbetrieb oder mit Support im Ausland wäre für sie komplizierter. Bei uns kümmern sich Deutschschweizer um die Partner in der Deutschschweiz, Welsche um jene in der Romandie und Tessiner um jene im Tessin. Das ist wichtig und ermöglicht uns, proaktiv zu sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir quasi einen Online-Kiosk betreiben: Die Installationspartner können sehr schnell, in wenigen Minuten, etwas vorbereiten, beispielsweise eine neue Telefonanlage. Bei der Konkurrenz müssen sie teilweise Monate im Voraus bestellen. Hinzu kommt, dass wir im Kundendienst seit Jahren dieselben Leute beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Unsere Konkurrenten haben viel mehr Personalwechsel.
Danette Beaud: Hier kommt wieder das Start-up-Denken ins Spiel: Bei uns gibt es niemanden, der bei einem Anruf sagt, er habe keine Ahnung, weil es nicht seine Abteilung sei.
CW: Sie sprechen immer nur von den Installationspartnern. Stehen Sie mit den Endkunden ebenfalls in Kontakt?
Christophe Beaud: In der Regel sind es nur die Installationspartner. Diese empfehlen zum Beispiel ihren Kunden Peoplefone, weil sie mit uns gut zusammenarbeiten und unsere Lösung sich mit ihrer ERP-Software verbinden lässt. Ein Beispiel: Ein Installationspartner bietet eine Buchhaltungs-Software für Anwälte an. Er weist darauf hin, dass über einen API-Connector alle Telefongespräche automatisch abgerechnet werden können, was für Anwälte sehr praktisch ist. Dafür wird jedoch Peoplefone als Anbieter benötigt. Das ist ein typischer Fall – bis zu 90 Prozent der Projekte kommen von den Installationspartnern. Dank unserer Webpräsenz kommen einige Kunden auch direkt zu uns. Wir versuchen dann aber recht schnell, sie einem Partner zu vermitteln. Ausnahmen sind grössere Unternehmen mit eigener IT-Abteilung, die keinen externen Installateur benötigen.
Danette Beaud: Die meisten KMU bemerken uns erst bei der Rechnungsstellung. Wenn alles gut läuft, haben sie keinen direkten Kontakt mit uns.