Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Grossdemo nach Sperrung des Onlinediensts X in Brasilien

Nach der Sperrung des Onlinedienstes X in Brasilien sind in dem südamerikanischen Land am Samstag tausende Demonstrierende auf die Strasse gegangen. Die Kundgebung in der Wirtschaftsmetropole São Paulo fand am brasilianischen Unabhängigkeitstag statt.
© (Quelle: Shutterstock / kovop)

Sie war eine Gegenveranstaltung zu einer offiziellen Parade in der Hauptstadt Brasília mit dem linksgerichteten Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva. Dessen rechtsextremer Amtsvorgänger Jair Bolsonaro unterstützte den Protestmarsch in São Paulo.

Die Demonstrierenden forderten auf Transparenten «Demokratie» und «Freiheit», aber auch die Absetzung des Richters Alexandre de Moraes von Brasiliens Oberstem Gerichtshof. Dieser hatte vor einer Woche die landesweite Sperrung des beliebten Onlinedienstes X des rechtsgerichteten US-Milliardärs Elon Musk verfügt. Zu der Grossdemo in São Paulo hatten Vertreter der Rechten schon vor dieser Entscheidung aufgerufen.

Bolsonaro nimmt an Kundgebung teil

In einer vorab auf Instagram veröffentlichten Video-Botschaft rief auch Bolsonaro seine Landsleute auf, massenhaft in den Landesfarben grün und gelb auf die Strasse zu gehen. Der 69-jährige Ex-Präsident liess sich am Samstagmorgen nach Angaben seiner Mitarbeiter wegen einer «üblen Grippe» kurz im Krankenhaus behandeln. Dies werde ihn aber nicht davon abhalten, an der Demonstration in São Paulo teilzunehmen, hiess es weiter. Später sprach Bolsonaro vor der Menge.

«Wir werden denen einen Riegel vorschieben, die die Grenzen unserer Verfassung überschreiten», sagte er. Mit Blick auf ein geplantes Absetzungsverfahren im brasilianischen Senat sagte Bolsonaro, er hoffe, dass die Parlamentskammer Moraes «einen Riegel vorschiebt, diesem Diktator, der Brasilien noch mehr schadet als Luiz Inácio Lula da Silva selbst».

Bolsonaro will mit der Kundgebung in Brasiliens bevölkerungsreichster Stadt offenbar seinen Rückhalt im Land demonstrieren - und das einen Monat vor den Kommunalwahlen in dem tief gespaltenen Land.

 Vor zwei Jahren war der als «Tropen-Trump» bekannte Bolsonaro abgewählt worden, sein Widersacher Lula gewann mit einer knappen Mehrheit. In der Folge stürmten Bolsonaros Anhänger am 8. Januar 2023 den Präsidentenpalast, das Parlament und den Obersten Gerichtshof und behaupteten ohne Belege, Bolsonaro sei der Wahlsieg gestohlen worden. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen wird gegen Bolsonaro wegen eines versuchten Staatsstreichs ermittelt.

Streit zwischen Bolsonaro und Moraes

Mit Moraes führt Bolsonaro eine Fehde, weil dieser als Richer des Wahlgerichts TSE verfügt hatte, dass Bolsonaro wegen versuchter Diskreditierung des brasilianischen Wahlsystems bis 2030 für kein Wahlamt mehr kandidieren darf.

Die «sofortige, vollständige und umfassende» Sperrung des Onlinedienstes X hatte Moraes vor gut einer Woche angeordnet, weil X-Eigentümer Musk seine «völlige Missachtung der brasilianischen Souveränität und insbesondere der Justiz demonstriert» habe. Während Moraes die Sperrung als Massnahme gegen Desinformation präsentiert, werfen ihm seine rechtsgerichteten Gegner Zensur und Machtmissbrauch vor.

X (Twitter) Recht
Anzeige

Neueste Beiträge

Wie digitale Archive Unternehmenswissen nutzbar machen - Nachgefragt by CENT Systems
Ist das Zeitalter der physischen Archive vorbei? Für Sascha Büchler, Leiter Innovation beim IT-Dienstleistungsunternehmen CENT Systems, gibt es darauf nur eine Antwort. Der Innovationsexperte sieht papierbasierte Archive als strukturelle Hürde für effiziente Prozesse – und erklärt im Gespräch, weshalb e-Archivlösungen den Weg in die Zukunft weisen.
4 Minuten
10 Professorinnen und Professoren an den beiden ETH ernannt
Der ETH-Rat hat auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Prof. Dr. Joël Mesot, und der Präsidentin der EPFL, Prof. Dr. Anna Fontcuberta i Morral, insgesamt 7 Professorinnen und 3 Professoren ernannt, einer Person den Titel Professor und einer Person den Titel Professor of Practice verliehen sowie den Rücktritt von einem Professor mit Verdankung zur Kenntnis genommen.  
8 Minuten
16. Jul 2026
SBS Schweiz ruft den World Adapter USB wegen Brand- und Stromschlaggefahr zurück
In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (EST) ruft die SBS Schweiz den World Adapter USB «TEADAPTUSB2CPD20UNI» zurück. Es besteht Brandgefahr und Stromschlaggefahr. Die Konsumenten erhalten den Kaufpreis rückerstattet.
2 Minuten
16. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Anpassung der Energieetikette für Neuwagen ab 1. Januar 2027
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Grundlagendaten der Energieetikette für Personenwagen aktualisiert.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige