Forschung duldet keine langen Pausen
Prof. Dr. Beatrice Paoli, FFHS
Beatrice Paoli kennt sich in «männerdominierten» Branchen aus. Sie hat Biophysik studiert, in Naturwissenschaften promoviert und arbeitet heute als Professorin für Data Science und Digitalisierung an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS). Hier sagt sie, was sich ändern müsste, damit mehr Frauen den Schritt in die IT wagen.
Computerworld (CW): Frau Paoli, Sie leiten das Laboratory for Web Science an der FFHS. Was genau umfasst dieses?
Beatrice Paoli: Wir sind eine Gruppe von Forschenden mit unterschiedlichen Ausprägungen im Bereich Data Science. Vereinfacht gesagt, zielt unsere Disziplin darauf ab, aus komplexen, oft unstrukturierten Daten verwertbare Informationen zu gewinnen und dadurch datengetriebene Entscheidungen zu ermöglichen – sei es durch prädiktive Modelle, explorative Analysen oder automatisierte Prozesse. Dabei betreiben wir keine Grundlagenforschung, sondern arbeiten sehr praxisorientiert. Das heisst, dass wir eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie und unterschiedlichen Forschungspartnern anstreben, um gemeinsam Innovations- und Technologietransfer zu ermöglichen.
CW: Sind Sie als Leiterin ebenfalls in der Forschung tätig?
Paoli: Momentan arbeite ich tatsächlich weniger im technischen Bereich. Ich übernehme viele administrative Aufgaben und bin für die Akquise neuer Projekte zuständig. Als Fachbereichsleiterin bin ich auch in der Lehre tätig und verantwortlich für den Fachbereich Data Science in der Grund- und Weiterbildung. Unser Gebiet ändert sich sehr schnell und häufig. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Angebote laufend anpassen und modernisieren.