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Swisscom setzt bei Cybersecurity direkt am Netz an statt an Geräten

Die Swisscom setzt bei der Cybersicherheit neu direkt am Netz an statt an Geräten der Firmenkunden. Damit seien die Handys, Computer, Tablets oder IoT-Geräte der Unternehmenskunden geschützt, sobald sie mit einer Swisscom-SIM-Karte mit dem Internet verbunden seien.
© (Quelle: Swisscom)

Das Ganze funktioniere wie ein sehr grosses Unternehmensnetz, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann an einer Medienkonferenz in einem Netzsteuerungszentrum des Telekomkonzerns in Zürich. Man verbinde die Geräte der Firmenkunden nicht mehr mit dem öffentlichen Internet, sondern mit dem Swisscom-eigenen Beemnet.

Dabei durchlaufe der gesamte Datenverkehr zahlreiche Sicherheitschecks, hiess es weiter: Dadurch würden Cyberangriffe abgewehrt und schädliche Inhalte blockiert. Auch unterstützte Geräte in Drittnetzen oder in öffentlichen WLANs können mithilfe einer Beem-App ebenfalls geschützt werden. Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung könnten Mitarbeiter auch im Ausland in öffentlichen WLANs oder Drittnetzen sicher auf Firmendaten zugreifen, hiess es weiter.

KMU mit viel Potential

© Quelle: Swisscom

Die Authentifizierung finde nicht mehr im öffentlichen Internet statt, sondern im eigenen Beemnet, sagte der Technikverantwortliche für Firmenkunden, Egon Steinkasserer. Passwörter würden überflüssig und durch Passkeys ersetzt. Damit sei man vor Phishing geschützt.

Heute sei die Cybersicherheit bei Firmen oft an Standorte geknüpft. Das nütze aber nichts, wenn die Daten in der Cloud seien und man von ausserhalb auf sie zugreife, sagte Steinkasserer.

Das Angebot richte sich zunächst an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Viele Unternehmen denken immer noch, sie seien für Cyberattacken uninteressant, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann.

Cyberkriminalität massiv zugenommen

Die Cyberkriminalität habe aber in der letzten Zeit markant zugenommen. Im vergangenen Jahr hätten die digital begangenen Straftaten in der Schweiz um 35 Prozent zugenommen, wie aus Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgehe. Alleine in den letzten 10 Minuten habe das Swisscom-Netz 45'000 Angriffsversuche festgestellt. Hochgerechnet mache das 200 Millionen Angriffsversuche im Monat.

Das Potential bei den KMU-Kunden sei gross, sagte Firmenkundenleiter Urs Lehner. Man sei selber gespannt, wie viele das neue Angebot bestellen würden.

Die gesamte Cybersicherheit sei heute schon für die Swisscom ein relevantes Geschäft, sagte Aeschlimann am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Sie trage rund 10 Prozent zum IT-Umsatz bei.

Bei den Geschäftskunden sei das Potential grösser als bei den Privatkunden. Man schaue, welche Funktionen vom Beemnet man künftig allenfalls auch für Privatkunden anbieten werde, sagte Aeschlimann.

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