Die Kompetenzlücke
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Die BWL-Konzepte aus vordigitaler Zeit bleiben zwar in der digitalen Transformation wertvolle Bausteine der Unternehmensführung, sie bieten aber bei kritischen Punkten keine konkrete Hilfe: bei der Neugestaltung der Geschäftstätigkeit.
Stellen Sie sich vor, jemand will quantenmechanische Phänomene mit den mathematischen Methoden der klassischen Mechanik berechnen. Oder treffender noch: Ein Coach einer guten Profi-Fussballmannschaft setzt auf das Fussballverständnis der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Beide werden scheitern. So wie die Mathematik für den wissenschaftlichen Fortschritt in der Physik jeweils neue Methoden bereitstellte, erfindet das Fussballcoaching nicht nur ständig neue taktische Spielvarianten, sondern auch neue Trainingsmethoden, um das Umsetzen der taktischen Varianten zu erlernen.
Natürlich hat die BWL in den letzten 60 Jahren grosse Fortschritte gemacht – einige der im Laufe der Zeit entwickelten neuen Methoden, z.B. MBO, wurden sogar schon wieder verworfen, auch wenn sie in der Praxis noch präsent sind. Aber sie hinkte der Digitalisierung stets hinterher. Lange betrachtete man IT als «managbare» Ressource – und viele tun es heute noch – nun betrachtet man digitale Transformation als «Change». Ein Grund mag sein, dass der frühere Management-Guru Peter Drucker in seinen letzten Lebensjahren visionäre Konzepte für eine digitale Wirtschaft entwickelt hat, die bis heute nicht realisiert wurden. Deshalb hält man sich lieber zurück. Nun aber wird es Zeit, die bereits stattfindende digitale Transformation zu adressieren.