Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Digitalisierung treibt Stromverbrauch weiter nach oben

Der Stromverbrauch von Rechenzentren in der Schweiz ist seit 2019 um knapp 20 Prozent gestiegen und beträgt derzeit rund 2,1 TWh. Vor allem die zunehmende Verlagerung in die Cloud treibt den Energiebedarf an. Die Nutzung von KI spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Dies zeigt eine neue Studie von EnergieSchweiz im Auftrag des Bundesamtes für Energie. 

Bis 2030 könnte der Stromverbrauch inländischer Rechenzentren um 66 %  auf bis zu 3,2 TWh steigen.

© Joshua Sortino, Unsplash

Eine aktuelle Studie von EnergieSchweiz zeigt, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren in der Schweiz weiter zunimmt – allerdings deutlich moderater als teilweise erwartet. Im Jahr 2024 lag der Verbrauch bei rund 2,1 Terawattstunden (TWh), was etwa 3,6 Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs entspricht. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Wachstum von rund 18 Prozent. Besonders stark gewachsen sind kommerzielle Rechenzentren wie Colocation-Anbieter und Cloud-Standorte, während unternehmensinterne Rechenzentren ihren Verbrauch dank Effizienzsteigerungen und Auslagerungen weitgehend stabil halten konnten.

Einsparpotenzial vorhanden

Die Studie identifiziert weiterhin erhebliche Effizienzpotenziale. Insgesamt könnten laut den Autoren rund 0,78 TWh Strom eingespart werden – etwa 38 Prozent des heutigen Verbrauchs. Der grösste Hebel liegt dabei nicht mehr primär bei der Gebäudetechnik, sondern bei der IT selbst: Virtualisierung, effizientere Speichertechnologien sowie bessere Auslastung von Servern bieten weiterhin grosses Einsparpotenzial. Viele Infrastrukturmassnahmen wie Free Cooling oder Warm-/Kaltgangeinhausungen seien bereits breit umgesetzt.

Hier geht es zur Studie (PDF). 

KI ist nicht ausschlaggebend

Interessant ist zudem die Einschätzung zur Rolle der Künstlichen Intelligenz. Trotz des weltweiten KI-Booms spielt KI aus energetischer Sicht in der Schweiz bislang nur eine untergeordnete Rolle. Das Training grosser Sprachmodelle finde kaum in der Schweiz statt. Gründe dafür seien unter anderem hohe Strompreise, begrenzte Flächen sowie lange Bewilligungsprozesse. Stattdessen konzentrieren sich Schweizer Unternehmen stärker auf KI-Anwendungen, branchenspezifische Modelle und datensouveräne Umgebungen.

Bis 2030 rechnen die Autoren je nach Szenario mit einem Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren zwischen 2,5 und 3,5 TWh. Haupttreiber bleibt dabei weniger KI als vielmehr die fortschreitende Verlagerung von IT-Infrastrukturen in Cloud- und Colocation-Rechenzentren. 

SDCA begrüsst sachliche Einordnung

Die Swiss Data Center Association (SDCA) ordnet die Resultate aus Sicht der Branche ein und betont insbesondere, dass Schweizer Rechenzentren trotz steigender digitaler Nachfrage «mit Augenmass» wachsen und gleichzeitig kontinuierlich effizienter werden. SDCA-Präsident Roger Süess spricht von einem «deutlich nüchterneren Bild» als oft in öffentlichen Debatten dargestellt werde. Rechenzentren seien keine unkontrollierten Stromverbraucher, sondern zentrale digitale Infrastruktur für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, heisst es in einer Stellungnahme der SDCA.
 

Digitalisierung
Anzeige

Neueste Beiträge

Vorteilsprogramm Brack Plus belohnt aktuelles Einkaufsverhalten und langjährige Treue
Brack hat sein Vorteilsprogramm Brack Plus komplett überarbeitet. Neu ist, dass ab sofort alle Interessierten Mitglied werden können und bereits nach der Anmeldung von Vorteilen wie exklusiven Angeboten und Gewinnspielen profitieren.
3 Minuten
23. Sep 2026
Bundesverwaltung priorisiert KI-Strategiemassnahmen
Der Bundesrat wurde über die Anpassung der Umsetzungsmassnahmen zur KI-Strategie der Bundesverwaltung informiert. Die Bundesverwaltung setzt ihre Strategie fort, muss aber aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel einzelne unterstützende Massnahmen streichen.
3 Minuten
23. Sep 2026
Ericsson und Vodafone testen Live-Übersetzung bei mobilen Telefonaten
Eine KI-Technologie ermöglicht es, Telefonate live zu übersetzen und störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Ericsson und Vodafone haben dies jetzt in einem realitätsgetreuen Szenario erfolgreich getestet.
3 Minuten
23. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026
Samsung baut weiter am vernetzten KI-Universum - IFA 2026
Samsung präsentiert an der IFA 2026 im Berliner Humboldt Carré seine Vision eines KI-gestützten Alltags. Unter dem Motto «Companion to AI Living» zeigt der südkoreanische Hersteller vernetzte Geräte von Fernsehern über Monitore bis hin zu Haushaltsgeräten und Mobiltelefonen.
5 Minuten
3. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige