Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Trump gibt Tiktok mehr Zeit in den USA

US-Präsident Donald Trump hat Tiktok eine weitere Fristverlängerung in den USA gegeben. Die Kurzvideo-App soll trotz eines US-Gesetzes zu ihrem Aus zunächst für weitere 75 Tage im Land verfügbar bleiben, ordnete Trump an.
Unsere Kollgen vom PCtipp auf TikTok
© (Quelle: PCtipp)

Tiktok hätte nach dem Gesetz eigentlich bis zum 19. Januar vom in China ansässigen Eigentümer Bytedance verkauft werden müssen - oder in den USA vom Netz gehen. Doch Trump räumte zu seinem Amtsantritt im Januar eine Gnadenfrist von 75 Tagen ein, die am 5. April abläuft. Politiker und Experten in den USA befürchten, dass die chinesische Regierung über Tiktok Amerikaner ausspähen oder die öffentliche Meinung manipulieren könnte. Die Unternehmen weisen dies zurück.

Trump stellte aber auch wiederholt eine Fristverlängerung bei Bedarf in Aussicht - obwohl es dafür in dem Gesetz keine Grundlage gibt. Schon die ersten 75 Tage waren aber nicht vom Dokument gedeckt: Es sah lediglich einen Aufschub von 90 Tagen für den Fall gut laufender Verkaufsverhandlungen vor.

Trump und Vizepräsident JD Vance hatten in den vergangenen Tagen Erwartungen geschürt, dass eine Lösung für Tiktok noch vor Ablauf der Frist am Samstag im Grundsatz stehen könnte. Nun schrieb Trump aber bei seiner Online-Plattform Truth Social, der Deal brauche mehr Arbeit, um alle nötigen Zustimmungen einzuholen.

Paketlösung mit Zöllen?

Trump hatte bereits niedrigere Zusatzzölle für China im Austausch gegen die Zustimmung der chinesischen Regierung zum Tiktok-Verkauf in Aussicht gestellt. Er räumte dabei ein, dass Peking «möglicherweise» ein Mitspracherecht bei dem Deal haben werde.

«Vielleicht werde ich ihnen eine kleine Senkung der Zölle oder etwas Ähnliches geben, um den Deal abschliessen zu können», sagte Trump jüngst. Jeder Prozentpunkt der Zölle sei mehr wert als die Kurzvideo-Plattform. Jetzt verwies Trump erneut darauf, dass China «nicht glücklich» über seine Zusatzzölle sei.

Konturen des Deals schon in Medienberichten

In den vergangenen Tagen hiess es in Medienberichten, nach dem Trump vorliegenden Plan solle das US-Geschäft in eine neue Firma mit dem Namen Tiktok America abgespalten werden. Der Software-Konzern Oracle sowie die Finanzfirmen Blackstone und Andreessen Horowitz lägen im Rennen um die Führungsrolle bei einem US-Tiktok vorn. Die neuen Investoren sollen demnach rund die Hälfte am amerikanischen App-Betreiber bekommen, hiess es unter Berufung auf informierte Personen. Etwa 30 Prozent sollen bisherige internationale Investoren halten - und bei Bytedance blieben knapp 20 Prozent. Damit würde die Vorgabe des Gesetzes gerade so erfüllt.

Algorithmus als Stein des Anstosses

Als Software, die entscheidet, welche Videos die Nutzerinnen und Nutzer als Nächstes zu sehen bekommen, soll den Medienberichten zufolge der bisherige Tiktok-Algorithmus weiterverwendet werden. Dafür würde Tiktok America eine Lizenz aufnehmen.

Dieser Teil des Plans dürfte für Gegenwind in den USA sorgen. Tiktok-Kritiker warnen davor, dass die chinesische Regierung über den Algorithmus die öffentliche Meinung in den USA beeinflussen könne. Tiktok und Bytedance wiesen dies stets zurück. Das Gesetz schreibt unterdessen vor, dass weder die chinesische Regierung noch Bytedance Kontrolle über den Algorithmus haben dürfen.

Von Bytedance und Tiktok hiess es lange, es sei unmöglich, nur den US-Teil der App zu verkaufen, weil dies die Plattform zersplittern würde. Trump sagte zuletzt, es gebe «verschiedene Wege, Tiktok zu kaufen» - und man werde den finden, der für die USA am besten sei. Unklar blieb bisher, wie China und Bytedance zu dem vorgeschlagenen Deal stehen.

China entscheidet über einen Algorithmus-Verkauf

Trump wollte in seiner ersten Amtszeit einen Verkauf des US-Geschäfts von Tiktok mit einer Verbotsdrohung erzwingen, wurde aber von amerikanischen Gerichten gestoppt. Das unter Präsident Joe Biden verabschiedete Gesetz bietet eine solide rechtliche Basis für ein Aus von Tiktok in den USA - Trump erwärmte sich im vergangenen Wahlkampf aber für die App und will sie erhalten.

China stellte unterdessen schon in Trumps erster Amtszeit die Regel auf, dass für den Verkauf von Software-Algorithmen ins Ausland die Zustimmung der Regierung erforderlich ist.

Politik soziale Netzwerke

Neueste Beiträge

Falsche Krypto-Registrierung zielt auf Personendaten ab - Aufgepasst
Ein professionell gestaltetes Schreiben im Design Schweizerischen Institutionen täuscht eine angebliche Krypto-Registrierungspflicht vor und fordert Empfänger zur Eingabe persönlicher und finanzieller Daten auf.
2 Minuten
26. Jan 2026
Ganz privat im Web - Sicherheits-Tipps
Ein VPN-Service schützt Sie nicht nur beim Surfen, sondern wahrt auch Ihre Privatsphäre. Auf den folgenden Seiten erwarten Sie konkrete Produktempfehlungen und viele praktische Anwendungstipps.
9 Minuten
25. Jan 2026
Software wird zunehmend von KI geschrieben - Python
Künstliche Intelligenz (KI) beschert der Software-Branche enorme Einsparungen. 29 Prozent der Python-Codes werden dort bereits von KI geschrieben.
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

«IT-Verantwortliche brauchen 2026 einen klaren Plan» - Quotes & Thoughts
Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix, wagt den Blick auf die kommenden Monate und schätzt IT-Trends für 2026 ein. Dabei betont er die Wichtigkeit hybrider Multicloud-Modelle und das Bedürfnis nach Datensouveränität.
3 Minuten
Telekom bleibt wertvollste Telco-Marke - Markenranking
Die Telekom behauptet ihre Spitzenposition im globalen Markenranking von Brand Finance. Der Markenwert steigt deutlich, im Gesamtranking verbessert sich der Konzern auf Platz elf.
2 Minuten
25. Jan 2026
Digitalbranche entwickelt sich besser als die Gesamtwirtschaft - Bitkom-Zahlen
Der deutsche ITK-Markt soll 2026 bei Umsatz und Beschäftigung weiter wachsen. Sorgen bereitet allerdings die Entwicklung im Segment der TK-Hardware und TK-Dienste.
3 Minuten
24. Jan 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige