Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Kaufkraft im Einzelhandel: Deutschland in Europa unter dem Durchschnitt

Auch wenn Deutschland der grösste Markt in Europa ist, liegt die durchschnittliche Kaufkraft im Einzelhandel unter dem europäischen Durchschnitt. Das zeigt eine neue Studie von NIQ in 25 Ländern. Die Schweiz dagegen liegt auf Rang 2.
Einkaufswagen mit Geldscheinen
© ChatGPT

Der deutsche Einzelhandel hat aktuell zu kämpfen. Jetzt zeigt die neue Studie «NIQ Einzelhandelskaufkraft Europa», dass er auch im internationalen Vergleich beim Potenzial zurückliegt. So beträgt die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa 6'714 Euro pro Einwohner, während Deutschland mit 6'226 Euro pro Kopf leicht darunter liegt. Insgesamt zeigt die Studie erhebliche Unterschiede zwischen den 25 untersuchten europäischen Ländern auf – sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene.

Insgesamt rund 3,5 Billionen Euro stehen den Europäern für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 12'518 Euro pro Kopf und damit mehr als 86 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Schweiz mit 12'080 Euro und Dänemark mit 9'452 Euro pro Einwohner. Mit 6226 Euro liegt Deutschland rund 7 Prozent unter dem Durchschnitt und landet nur auf dem 15. Platz. Schlusslicht der 25 untersuchten Länder ist Serbien mit gerade einmal 3'849 Euro, was 57 Prozent des europäischen Durchschnitts entspricht.

Über die nationalen Durchschnittswerte hinaus unterscheidet sich die Einzelhandelskaufkraft in Europa auch deutlich auf regionaler Ebene. In vielen Ländern übertreffen Hauptstädte und grosse Metropolregionen ihr jeweiliges Umland, häufig mit grossem Abstand. In Frankreich erreicht Paris beispielsweise 12'944 Euro pro Kopf, während das benachbarte Département Seine‑Saint‑Denis lediglich 6'314 Euro verzeichnet, was weniger als der Hälfte des Werts der Hauptstadt entspricht. Ein ähnliches Muster zeigt sich im Vereinigten Königreich: Zentrale Londoner Regionen wie die City of London erzielen Kaufkraftwerte von bis zu 15'785 Euro pro Kopf, während Städte wie Birmingham nur etwa 5'846 Euro pro Kopf erreichen.

In Deutschland liegt die Hauptstadt Berlin dagegen bei der Kaufkraft nur im Mittelfeld, während München und Düsseldorf sowie einige Landkreise im Umfeld von München, Frankfurt und Hamburg weit vorne liegen. Besonders schwach schneiden dagegen Regionen in der Eifel und der Pfalz sowie in Nordhessen ab.

Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ, erklärt: «Nord- und westeuropäische Länder dominieren die oberen Plätze des Rankings. Gleichzeitig liegen einige der volumenstärksten Einzelhandelsmärkte Europas beim Pro-Kopf- Wert unter dem europäischen Durchschnitt. So haben Deutschland, Spanien und Italien trotz ihrer hohen Gesamtmarktvolumina alle eine unterdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft. Das zeigt, dass Marktgrösse und individuelle Kaufkraft häufig auseinanderfallen. Zugleich unterscheiden sich die regionalen Ausgabenstrukturen und Konzentrationsgrade zwischen den Ländern deutlich, wobei grosse Metropolregionen einen überproportional hohen Anteil der Einzelhandelskaufkraft auf sich vereinen. Für Händler ist es daher wichtig, regionale Dynamiken zu berücksichtigen.»

 

Anzeige

Neueste Beiträge

Mobilfunk stärkt Telekom-Geschäft in Deutschland
Das Deutschlandgeschäft der Deutschen Telekom legt beim Umsatz und Ergebnis weiter zu. Besonders Mobilfunk und MagentaTV liefern neue Kunden. Die Zahl der Breitbandanschlüsse geht im zweiten Quartal dagegen leicht zurück.
4 Minuten
Honor: Neues Logo und der Wandel zum KI-Ökosystem-Anbieter
Der Technologiekonzern Honor hat sein neues Markenlogo vorgestellt. Es soll für die Ambiotionen stehen, mit denen sich der Smartphonehersteller zum Anbeiter eines offen KI-Geräte-Ökosystems transformieren will.
3 Minuten
4. Aug 2026
ITpoint wird zu Sharp DX (Schweiz) - Markets & Business
Sharp Europe bündelt sein Geschäft mit IT-Services unter der Marke Sharp DX. In der Schweiz wird deshalb aus der ITpoint Systems AG per 3. August 2026 die Sharp DX (Schweiz) AG. Für die Kunden sollen Ansprechpartner, Verträge und Datenhaltung unverändert bleiben.
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
SpaceX-Standort von Elon Musk erhält Status einer Stadt - Raumfahrt
Der Standort Starbase des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk im Bundesstaat Texas erhält den Status einer eigenen Stadt.
3 Minuten
6. Mai 2025
Digital Business im Fokus: Wohin geht die Reise? - Computerworld Ausgabe 2/2026
Autonomie und Souveränität werden inzwischen als Schlagworte mindestens ebenso häufig verwendet wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz. Automatisierung und die Transformation zu einer hohen Dichte an KI-Agenten in Unternehmen werden die Zukunft des Digital Business prägen. Daraus entsteht ein Mix, der spannender und komplexer nicht sein könnte. Die Digitalisierung hat Dimensionen erreicht, die sich - Ironie des Wandels - fast nur noch mit KI bewältigen lassen. Höchste Zeit also für einen Überblick. 
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige