JD.com übernimmt MediaMarktSaturn unter Auflagen
Der chinesische Handelskonzern JD.com darf Ceconomy, den Mutterkonzern von MediaMarkt und Saturn, übernehmen. Die Europäische Kommission hat das Vorhaben nach der EU-Subventionsverordnung freigegeben, allerdings unter Bedingungen, an die sich beide Unternehmen zehn Jahre halten müssen. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung. JD.com und Ceconomy sehen damit alle Bedingungen des Übernahmeangebots erfüllt und wollen die Transaktion in den kommenden Tagen vollziehen.
Subventionen aus China im Fokus
Die Kommission hatte die Übernahme seit Mai vertieft geprüft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass JD.com vom chinesischen Staat Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse erhalten hat, die den Binnenmarkt verzerren können. Im Mittelpunkt stand dabei weniger der Kaufpreis als die Frage, ob mit solchen Mitteln aufgebaute Logistik- und Technikkapazitäten nach der Übernahme Ceconomy zugutekommen und der Kette gegenüber Wettbewerbern einen Vorteil verschaffen.
Die Zusagen setzen genau dort an. Konzerninterne Geschäfte zwischen JD.com und Ceconomy, darunter Finanzierungen, müssen zu marktüblichen Bedingungen laufen, damit keine Quersubventionierung entsteht. Zudem muss JD.com seine Lager- und Logistikdienste sowie seine Technologieleistungen Dritthändlern zu denselben Konditionen anbieten wie Ceconomy. Nach der ersten Runde im August hatte JD.com sein Angebot nachgebessert, nachdem Kunden und Wettbewerber es im Markttest kritisiert hatten.
Peking drohte mit Gegenmassnahmen
Das Verfahren verlief nicht ohne politische Spannungen. China bewertete die Ermittlungen der Kommission als unzulässige Ausdehnung ihrer Zuständigkeit und untersagte Organisationen und Einzelpersonen im Land, die Behörde dabei zu unterstützen. In Deutschland hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Übernahme bereits Ende Juni unter Auflagen genehmigt, unter anderem zum Schutz von Kundendaten. Die Bundesregierung erhielt zudem weitgehende Kontrollrechte.
Was das für den Handel bedeutet
JD.com hatte im Sommer 2025 ein Angebot von 4,60 Euro je Aktie vorgelegt, das Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet, und sich seither 85,2 Prozent der Anteile gesichert. Ceconomy betreibt mehr als 1.000 Märkte in elf europäischen Ländern. Für den TK-Fachhandel bleibt MediaMarkt und Saturn damit nicht nur ein grosser Wettbewerber im Endgerätegeschäft, sondern künftig auch Teil eines Konzerns mit eigener Logistik- und Technikbasis. Wie JD.com diese Möglichkeiten in Europa nutzt, dürfte sich erst nach dem Vollzug zeigen.