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Freenet: Mobilfunk trägt, IPTV soll treiben

Mit neuem Vorstand und verschlankter Struktur stellt sich die Freenet AG strategisch neu auf. Die Zahlen für 2025 zeigen operative Stabilität, aber das Wachstum verlagert sich sichtbar weg vom klassischen Mobilfunk.
© Freenet

Der Neustart unter CEO Robin Harries beginnt ohne Paukenschlag. Umsatz, Ergebnis und Cashflow liegen nahezu auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Umbau ist organisatorisch deutlich, operativ fällt er bislang moderat aus.

Zum 1. Juni 2025 übernahm Harries den Vorstandsvorsitz, seit September besteht der Vorstand nur noch aus zwei Mitgliedern. Entscheidungswege sollen kürzer, Prozesse effizienter werden. Strategisch formuliert Freenet den Anspruch, sich als „AI-first Company im deutschen Mobilfunkmarkt“ zu positionieren. In den aktuellen Kennzahlen schlagen sich diese Ambitionen allerdings noch nicht konkret nieder.

Stabiler Konzern, unter Plan

Der Umsatz sank 2025 leicht um 1,5 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA lag mit 515,4 Millionen Euro (-0,1 Prozent) nahezu auf Vorjahresniveau, ebenso der Free Cashflow mit 292,1 Millionen Euro. Damit bleibt das Unternehmen solide aufgestellt, verfehlte jedoch die selbst gesetzten Wachstumsprognosen leicht.

Für 2026 erwartet Freenet beim bereinigten EBITDA eine Bandbreite von 500 bis 530 Millionen Euro. Auch beim Free Cashflow (270 bis 300 Millionen Euro) ist keine klare Dynamik angekündigt.

Mobilfunk: Volumen wächst, Ertrag sinkt

Im Kerngeschäft Mobilfunk zeigt sich das zentrale Spannungsfeld. Mit über 300.000 organisch gewonnenen Postpaid-Kunden erzielte Freenet ein Allzeithoch beim Neukundenzuwachs. Im vierten Quartal kamen allein 117.000 neue Verträge hinzu. Durch die Integration von Mobilezone Deutschland erhöhte sich der Bestand zusätzlich um rund 240.000 Kunden. Insgesamt betreut Freenet nun mehr als 8,1 Millionen Postpaid-Kunden.

Das Volumen wächst also deutlich. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Umsatz pro Kunde um drei Prozent. Trotz stabiler Serviceumsätze von 1,61 Milliarden Euro ging das bereinigte EBITDA im Mobilfunksegment um 4,6 Prozent auf 411,4 Millionen Euro zurück. Eine vorsichtige Bewertung einer Vereinbarung mit einem Netzbetreiber belastete das Ergebnis zusätzlich mit rund 13 Millionen Euro.

Für den Handel ist diese Entwicklung relevant. Wachstum entsteht derzeit primär über Stückzahlen, nicht über steigende Erlöse pro Vertrag. Das spricht für eine funktionierende Vertriebsmaschine, verdeutlicht aber auch den anhaltenden Margendruck im Markt.

Strategisch fügt sich die Übernahme von Mobilezone Deutschland in dieses Bild ein. Mit Marken wie Sparhandy und Deinhandy stärkt Freenet seine Online-Reichweite und erhöht das kumulierte Ordervolumen. Grössere Stückzahlen verbessern grundsätzlich die Verhandlungsposition gegenüber Netzbetreibern und Herstellern. So verfügt Mobilezone unter anderem über eine Direktvertriebspartnerschaft mit Xiaomi. Kurzfristig verändert der Zukauf die Ertragsstruktur jedoch nicht spürbar, er stabilisiert vor allem die Marktposition im volumengetriebenen Geschäft.

IPTV wird zum Ergebnistreiber

Während der Mobilfunk Stabilität liefert, entsteht das sichtbare Wachstum im TV-Geschäft. Die Plattform waipu.tv steigerte ihr bereinigtes EBITDA von null auf 36 Millionen Euro. Bereinigt um Kooperationsmodelle wuchs die Zahl der Abo-Kunden um 9,5 Prozent. Insgesamt erreicht waipu.tv inzwischen fast zwei Millionen Nutzer.

Im bisherigen Segment „TV und Medien“ stiegen die Umsätze um sechs Prozent, das bereinigte EBITDA sogar um 18,6 Prozent auf 130,6 Millionen Euro. Ab 2026 wird waipu.tv als eigenständiges Segment ausgewiesen, was ein deutliches Signal für die strategische Gewichtung darstellt.

Bis 2028 soll das bereinigte Konzern-EBITDA auf mindestens 620 Millionen Euro steigen. Mindestens 120 Millionen Euro sollen dann aus dem IPTV-Segment kommen. Zum Vergleich: 2025 lag das Konzern-EBITDA bei gut 515 Millionen Euro. Der Wachstumshebel ist klar definiert, und er liegt nicht mehr im klassischen Tarifgeschäft.

Dividende bleibt Priorität

Trotz moderater operativer Dynamik erhöht Freenet die Dividende auf 2,07 Euro je Aktie, das ist die fünfte Anhebung in Folge. Für die Jahre 2026 bis 2028 wird zudem eine Mindestdividende von 2,00 Euro angekündigt oder alternativ 80 Prozent des bereinigten Free Cashflows, sofern dieser höher ausfällt. Das unterstreicht die klare Kapitalmarkt-Orientierung des Unternehmens.

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