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Expert verzeichnet Umsatzrückgang und setzt auf Digitalisierung

Die anhaltende Konsumzurückhaltung und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben bei Expert zu einem deutlichen Umsatzrückgang geführt. Der Vorstand der Verbundgruppe will unter anderem durch eine Intensivierung des Onlinegeschäfts gegensteuern.
Der Expert-Vorstand

Der Expert-Vorstand (v.li.): Holger Pöppe, Stefan Müller, Daniela Schreckling, Christoph Komor

© Expert

Die Fachhandelskooperation Expert hat im Geschäftsjahr 2025/2026 (1. April 2025 bis 31. März 2026) einen Innenumsatz zu Industrieabgabepreisen ohne Mehrwertsteuer von 2,05 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahr ging der Umsatz um 4,7 Prozent zurück. Als Gründe nennt das Unternehmen die anhaltende Konsumzurückhaltung und schwierige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Trotz des Umsatzrückgangs sieht Finanzvorstand Daniela Schreckling die Kooperation wirtschaftlich solide aufgestellt. Die Gesamtbonusausschüttung an die Gesellschafter belief sich auf 215,9 Millionen Euro und entsprach 13,2 Prozent des bonuspflichtigen Umsatzes. Die Eigenkapitalquote stieg zum Bilanzstichtag auf 30,2 Prozent, vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung.

Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres stand nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Stefan Müller die Weiterentwicklung der Kooperation im Rahmen der Strategie «2030+»: «Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit innerhalb der Kooperation weiter zu stärken und einen klaren Mehrwert für unsere Gesellschafter, Kunden sowie Industrie- und Dienstleistungspartner zu schaffen. Gemeinsam legen wir damit die Basis, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kooperation langfristig zu sichern und die Zukunft des mittelständischen Fachhandels aktiv mitzugestalten.»

Dazu investiert Expert unter anderem in den Ausbau des Onlinegeschäfts, die Weiterentwicklung des Eigenmarkensortiments Kendo, zusätzliche Logistikkapazitäten sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit Industrie- und Dienstleistungspartnern. Ausserdem soll die Sortimentsstruktur mit einem klar abgegrenzten Frequenz- und Fachhandelssortiment weiter geschärft werden.

Qualifizierung wird immer wichtiger

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der Beschäftigten in den Elektronikmärkten. Dafür will Expert auch 2027 Schulungsprogramme in Bereichen wie Telekommunikation, Unterhaltungselektronik, E-Mobility sowie Haushaltsgross- und -kleingeräten fortführen. Die Fachberatung soll damit als zentrales Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb gestärkt werden.

Auch die Digitalisierung des Handels treibt die Kooperation voran. Digitale Anwendungen wie die Serviceplattform SARA! und der mobile Verkaufshelfer Expert NEO mit KI-Unterstützung sollen Service- und Beratungsprozesse vereinfachen. Zudem kündigt Expert neue Lieferangebote an: Ab September 2026 sollen in den Liefergebieten der 63 Regiebetriebe Expresslieferungen innerhalb von 90 Minuten sowie eine 24-Stunden-Lieferung für Grossgeräte möglich sein.

Zur Stärkung der Kundenbindung startet Expert im Herbst 2026 eine Kooperation mit dem Bonusprogramm Payback, an den alle Gesellschafter angebunden werden. Darüber erhält die Verbundgruppe Zugang zu mehr als 35 Millionen Kunden in Deutschland. Im Zahlungsverkehr bietet Expert seit Juni 2026 ausserdem den Bezahldienst Wero der European Payments Initiative als zusätzliche Online-Bezahlmöglichkeit an.

Online-Handel
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