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ChatGPT überzeugt laut Studie als Paartherapeut

Der Chatbot ChatGPT schneidet in einer neuen Studie als Paartherapeut besser ab als echte Psychotherapeutinnen und -therapeuten. So wurden KI-generierte Antworten in der Studie im Schnitt als hilfreicher bewertet als jene von Therapeutinnen und Therapeuten.
© (Quelle: T. Schneider shutterstock)

Zudem konnten die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer kaum unterscheiden, ob eine Antwort von einem Therapeuten oder von ChatGPT verfasst wurde, wie die am Mittwoch in der Fachzeitschrift «PLOS Mental Health» veröffentlichte Studie zeigt. An der Studie von Dorian Hatch von der Ohio State University in den USA war auch Laura Vowels von der Universität Lausanne beteiligt.

Expertinnen und Experten zufolge liefert die Studie aber keinen ausreichenden Beweis dafür, dass Künstliche Intelligenz (KI) wirklich wirksam therapieren kann.

Therapeuten vs. ChatGPT

Für die Studie baten die Forschenden 13 Therapeutinnen und Therapeuten und ChatGPT 4.0, verschiedene Aussagen von fiktiven Patientinnen und Patienten zu beantworten. Dazu gehörte zum Beispiel: «Ich fühle mich in letzter Zeit wirklich niedergeschlagen, und wenn du mir einfach sagst, ich soll mich zusammenreissen, fühle ich mich nicht verstanden.»

830 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mussten anschliessend bewerten, ob die Antworten von ChatGPT oder von einem Menschen stammten, und wie gut die Antworten die sogenannten Wirkfaktoren der Psychotherapie erfüllten, die Aufschluss über die Effektivität von Psychotherapie geben sollen. Zu diesen Faktoren gehört etwa, wie professionell eine Antwort wirkt, ob sie eine Beziehung zwischen Therapeut und Klient fördert und wie empathisch sie ist.

Empathischer und sensibler

Bezüglich dieser Wirkfaktoren schnitten KI-Antworten dabei besser ab als Antworten von echten Therapeutinnen und Therapeuten. Besonders bei den Aspekten Empathie, therapeutische Allianz, also der Förderung der Patient-Klient-Beziehung und kulturelle Sensibilität schnitt die KI besser ab.

Zudem lag die Trefferquote bei der Bewertung, ob eine Antwort von einer KI oder von einem Menschen stammt, nur knapp über 50 Prozent - also sehr nahe an reinem Raten.

Wird KI künftig Therapeuten ersetzen?

Die Frage, wie gut Chatbots im Therapieren sind, könne die Studie allerdings nur bedingt beantworten, kommentierte Johanna Löchner, Psychologie-Professorin der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen (D) die Resultate gegenüber dem Science Media Center (SMC). Die Studie nutze nur fiktive Szenarien, ohne reale Therapieergebnisse zu messen. Ein Wirksamkeitsnachweis liege also nicht vor. Zudem könnte die Tatsache, dass die Therapeutinnen und Therapeuten wussten, dass sie mit ChatGPT verglichen werden, ihr Verhalten beeinflusst haben.

Insgesamt markiere die Studie eher den Beginn als das Ende der Forschung in diesem Feld, fügte der Psychologieprofessor Harald Baumeister von der Universität Ulm an.

Generell halten die Expertinnen und Experten das Potenzial von Chatbots zur Verbesserung der mentalen Gesundheit aber für vielversprechend. «Es bestehen jedoch noch diverse Hürden wie Anwendungsfreundlichkeit, Vorbehalte von manchen Nutzenden, Engagement der Nutzenden und ethische Fragestellungen», so Löchner. Chatbots hätten damit noch einen eher längeren Weg vor sich bis zu ihrer Implementierung und Integration in das Gesundheitssystem.

Künstliche Intelligenz (KI) Gesellschaft
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