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Bitkom: Deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich weiter stabil

Laut dem Bitkom soll der deutsche Markt für IT und Telekommunikation auch 2026 weiter wachsen. Einen Boom gibt es im Segment der Cloud-Software und bei KI-Plattformen, während der TK-Bereich deutlich weniger zulegt, doch zumindest Zeichen der Erholung aufweist.
Digitalwirtschaft
© ChatGPT

Der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) soll 2026 trotz der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage weiter wachsen. Nach der neuen Prognose des Branchenverbands Bitkom steigen die Umsätze um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Wachstum allerdings noch 4,7 Prozent betragen.

Wichtigster Wachstumsmotor bleibt die Informationstechnik. Für den IT-Markt erwartet der Bitkom ein Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelt sich erneut das Softwaregeschäft, das um 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro zulegen soll. Einen wesentlichen Anteil daran hat Software für öffentliche Cloud-Dienste. Der Umsatz mit Cloud-Software soll um 21,9 Prozent auf 42,5 Milliarden Euro steigen.

Auch der Markt für Künstliche Intelligenz wächst weiter kräftig. Nach Bitkom-Berechnungen steigen die Umsätze mit KI-Plattformen 2026 um 75,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Bereits 2025 hatte dieses Segment um 50 Prozent zugelegt. Trotz der hohen Wachstumsraten macht KI bislang jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten Softwaremarkts aus.

«Software, Cloud und KI sind die zentralen Wachstumstreiber der Digitalwirtschaft. Sie entscheiden zunehmend darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen sind, wie schnell Deutschland Innovationen in die Anwendung bringt und wie effizient Verwaltungen arbeiten», sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Die übrigen IT-Bereiche entwickeln sich ebenfalls positiv. Die Umsätze mit IT-Services sollen um 3,1 Prozent wachsen, bei der IT-Hardware rechnet der Bitkom mit einem Plus von 3,3 Prozent. Besonders stark wächst das Geschäft mit IT-Infrastruktur aus der Cloud (Infrastructure-as-a-Service), das um 22,3 Prozent zulegen soll. Zuwächse erwartet der Verband ausserdem bei Sicherheitsgeräten, Servern, Workstations und Datenspeichern. Dagegen werden bei Desktop-PCs, Tablets sowie Geräten für Augmented und Virtual Reality und Smart-Home-Produkten rückläufige Umsätze erwartet.

Telekommunikation mit leichtem Wachstum

Im Telekommunikationsmarkt fällt das Wachstum deutlich geringer aus, zeigt aber nach den Rückgängen der Jahre 2023 und 2024 weiter Zeichen der Erholung. Der Bitkom prognostiziert ein Plus von 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Den grössten Anteil haben weiterhin Telekommunikationsdienste mit einem Umsatz von 53,9 Milliarden Euro. Die Umsätze mit Telekommunikations-Infrastruktur sollen um 4,2 Prozent steigen, Endgeräte wie Smartphones um 1,6 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro.

Auch bei den Investitionen zeigt sich die Branche vergleichsweise stabil. Laut Bitkom wollen 23 Prozent der ITK-Unternehmen ihre Investitionen 2026 erhöhen, während 57 Prozent das Niveau konstant halten. Jeder fünfte Betrieb plant geringere Investitionen. Schwerpunkte sind Software, Forschung und Entwicklung sowie Ausrüstung.

Im internationalen Vergleich wächst der deutsche ITK-Markt allerdings weiterhin langsamer als der Weltmarkt. Der Bitkom rechnet weltweit mit einem Umsatzplus von 8,5 Prozent auf 5,9 Billionen Euro. Die USA bleiben mit einem Marktanteil von 41 Prozent und einem erwarteten Wachstum von 12,7 Prozent der mit Abstand grösste Einzelmarkt. Deutschland kommt demnach mit seinen 4,1 Prozent Wachstum auf einen Anteil von 3,8 Prozent am Weltmarkt.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht die neue Bundesregierung in der Pflicht, die Digitalisierung durch geeignete politische Rahmenbedingungen zu beschleunigen. Investitionen in Software, KI, Cybersicherheit und Telekommunikationsnetze müssten durch weniger Regulierung und verlässliche Planungsbedingungen unterstützt werden.
 

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