Von der Digitalisierung zur Autonomie
Digitalisierung bleibt Pflicht, Autonomie wird zur Kür. Viele Unternehmen haben digitalisiert, aber nicht industrialisiert. Bremsen sind Datenqualität, fragmentierte IT, unklare Verantwortlichkeiten und fehlende Kompetenzen.
Das nächste Entwicklungsstadium des Digital Business ist orchestrierte Autonomie: Prozesse, Daten und Entscheidungen sind so verbunden, dass Menschen, KI-Agenten und Maschinen belastbar zusammenarbeiten. Der Sprung liegt nicht im nächsten Tool, sondern in der End-to-End-Steuerung in klaren Leitplanken. Im Fokus stehen Finance, Supply
Chain, Kundenservice und IT. KI/ML, Prozessautomatisierung und agentische Systeme verschieben den Schwerpunkt von Effizienz zu Steuerung: laufende Forecasts, automatisierte Kontrollen, Störungserkennung und schnellere Massnahmen.
In der Industrie entfalten Robotik und digitale Zwillinge ihren vollen Nutzen, wenn Echtzeitdaten, Simulation und Steuerung miteinander verbunden sind. Aus Technologie- und ERP-Transformationen zeigt sich: Der Engpass liegt selten nur in der Technologie. Entscheidend sind Datenqualität, Enterprise Architecture, Governance, klare Verantwortlichkeiten und Auditierbarkeit. Wer KI-Agenten, Modelle und Daten nicht kontrolliert betreibt, skaliert keine Autonomie, sondern Risiken. Unternehmen sollten Business Capabilities priorisieren statt Einzellösungen, Governance und Datenfundament vor der Skalierung stärken und Change so ernst nehmen wie Technologie.
Gewinner digitalisieren nicht nur, sie machen ihr Geschäft steuerbar, lernfähig und autonom.
Zur Person
Rejhan Fazlic ist Partner bei PwC Schweiz und leitet den Bereich Technology Strategy & Transformation. Seit fast zwei Jahrzehnten begleitet er Organisationen an der Schnittstelle von Business-Strategie und IT-Umsetzung. Sein Schwerpunkt liegt auf komplexen Transformationsprogrammen, ERP-Modernisierungen, IT-Operating-Model-Design und digitalen Strategien im öffentlichen und privaten Sektor. Geprägt durch frühere Verantwortung in IT Operations verbindet er technische Umsetzbarkeit mit strategischer Klarheit. Sein Ansatz ist pragmatisch: ambitionierte Technologieziele in realistische, skalierbare und wertstiftende Lösungen übersetzen. Damit unterstützt er Führungsteams, Technologie als belastbaren Treiber für nachhaltigen Unternehmenserfolg zu nutzen. Besonders wichtig sind ihm Governance, Datenqualität, Architektur und messbare Resultate statt reiner Konzeptarbeit im Alltag.