Analysten: Smartphone-Markt wird sich erst 2028 erholen
Der weltweite Absatz von Smartphones soll laut den Analysten von Counterpoint Research dieses Jahr um 14,3 Prozent auf 1,07 Milliarden Geräte zurückgehen. Auch im kommenden Jahr dürfte der Abwärtstrend mit einem weiteren Minus von 1,4 Prozent weiter anhalten, bevor für 2028 wieder mit einem Wachstum von 5 Prozent gerechnet wird. Das Volumen soll aber auch dann mit 1,11 Milliarden Smartphones noch deutlich unter dem Niveau der Jahre 2024 und 2025 liegen, das erst gegen Ende der Dekade wieder erreicht werden könnte. Hier könnte der dann mögliche Start von 6G den Markt wieder beleben.
Als Gründe für den Absturz nennen die Marktforscher die weiter steigenden Komponentenkosten, die Preiserhöhungen bei den Geräten bedingen und die immer geringere Verfügbarkeit günstiger Einsteigermodelle, da die Hersteller ihre knappen Ressourcen zunehmend für teurere margenträchtigere Produkte umschichten. Zudem seien im Handel die Bestände an günstigeren Telefonen aus den Zeiten vor dem Kostenschock zunehmend aufgebraucht, was in den kommenden Monaten weitere Preissteigerungen bedeuten dürfte.
Samsung ist besonders resilient
Bei den Herstellern sehen die Analysten Samsung am besten gegen die Krise gerüstet. Die Koreaner könnten dieses Jahr gegen den Markttrend leicht um 0,8 Prozent bei den Verkäufen zulegen und mit einem Anteil von 22,6 Prozent ganz knapp vor Apple wieder Marktführer werden. Als Gründe für die Stärke nennen sie die eigenen Komponentenproduktion, ein breites Portfolio, gute Beziehungen zu B2B-Kunden wie Netzbetreibern und die Möglichkeit, Produkte zwischen den einzelnen Märkten schnell zu verschieben.
Die Verkäufe von Apple sollen dieses Jahr um 2,1 Prozent zurückgehen, bevor sie 2027 wieder um 2,8 Prozent wachsen sollen. Der Grund für die verhaltene Prognose sind erwartete Preissteigerungen der neuen iPhones und mögliche zeitliche Verschiebungen ins kommende Jahr bei der Verfügbarkeit einzelner neuer Modelle. Für das Falt-iPhone rechnen die Marktforscher bereits für 2026 mit mehreren Millionen verkauften Geräten.
Von der Krise hart getroffen werden die sechs grossen chinesischen Hersteller, deren Verkäufe dieses Jahr zwischen 15 und 34 Prozent einbrechen sollen. Ihr Erfolgsmodell waren bisher günstigere Smartphones in Ländern mit weniger Kaufkraft anzubieten. Diese Produkte und deren Käufer sind besonders stark von den Preissteigerungen betroffen. Als Ausnahme sehen die Analysten Huawei, wo die Verkäufe dieses Jahr dank eines starken Heimatmarkts und der eigenen Chipproduktion sogar um 8 Prozent steigen sollen.