SoundBeamer 1.0 18.11.2020, 09:57 Uhr

Sound nur im eigenen Ohr

Israelische Tüftler haben ein Lautsprechersystem entwickelt, das nur die eigenen Ohren beschallt. Es stört quasi wie ein Kopfhörer die Zimmergenossen nicht.
«SoundBeamer 1.0» strahlt Schall laut Unternehmen präzise ab
(Quelle: noveto.com)
Das israelische Unternehmen Noveto Systems hat eine Technik entwickelt, die Musikliebhaber in eine Art Schallblase taucht, um andere nicht zu stören. Computerspieler können mit dem «SoundBeamer 1.0» ihrem Hobby frönen, ohne andere akustisch zu belästigen. Ebenso sollen Autofahrer Infos erhalten, die nicht für Mitfahrer gedacht sind. Das alles gelingt ohne Kopfhörer.
Aussengeräusche sollen mit der neuen Technik nicht überhört werden - etwa das Signalhorn eines Einsatzfahrzeugs im Strassenverkehr. Das Gerät überträgt Töne von Computern, Laptops und Smartphones bei ausgeschaltetem Lautsprecher. Die beiden Geräte werden per Bluetooth miteinander verbunden. Wann das Produkt letzten Endes auf den Markt kommen und was es kosten wird, dazu hält sich das Unternehmen noch bedeckt.

System verfolgt Ohren des Hörers

«Sound Beaming» nennen die israelischen Audio-Spezialisten ihre Technik. Der Hörer hat den Eindruck, dass die Töne und Geräusche direkt in seinem Ohr erzeugt werden. Der Schallemitter ist mit einem Verfolger gekoppelt, der die Ohren desjenigen, der etwas hören soll, präzise verfolgt. Musik und anderes wird scharf gebündelt ausgesandt, sodass die Ohren des Empfängers exakt getroffen werden. Im einfachsten Fall gibt es Stereotöne, doch auch ein Rundumklang ist möglich, sodass sich der Hörer mitten in die Töne hineinversetzt fühlt.
Eine Demoversion, die Journalisten vorspielt wurde, untermalt Schwäne auf einem See mit typischen Naturgeräuschen, lässt Bienen summen und einen Bach so plätschern, dass der Hörer glaubt, mitten im Geschehen zu sein. «Die meisten Leute, die das zum ersten Mal hören, sagen: 'Ich kann es einfach nicht glauben'», sagt Sound-Beaming-Produktmanagerin Ayana Wallwater. Das kann sie gut verstehen, denn die Töne erscheinen wie aus dem Nichts in den eigenen Ohren und nur da: «Das Gerät folgt dir, wohin du auch gehst», sagt sie.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte


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