Wie die Welt in den Computer kam

Neue Industrien, neue Berufe

Gugerli beschreibt, wie sich neue Berufsgruppen, etwa Programmierer und Operatricen herausbildeten, die dann im Laufe der weiteren technologischen Errungenschaften teils wieder verschwanden. Als Leser wird einem bewusst, wie schnell sich der Informatikbereich entwickelt und wie grundlegend er das Leben und Arbeiten verändert hat. Im Laufe des Buches beleuchtet der Autor das Entstehen der Softwareindustrie, von Betriebssystemen, die Geburt des ersten Personal Computers und schliesslich des World Wide Webs – alles Voraussetzungen für unsere smarten digitalen Begleiter von heute.
«Wie die Welt in den Computer kam», lautet der Buchtitel, und er sagt deutlich, wofür sich Gugerli interessiert: Die Entscheidungen und Anpassungen in der realen Welt, die notwendig sind, um sie in eine digitale Wirklichkeit zu transformieren. Folgerichtig endet das Buch dort, wo «Systeme (…) so komplex werden, dass die Interaktion ihrer Komponenten nicht einmal von hochspezialisierten Systemverantwortlichen installiert, konfiguriert, optimiert, unterhalten und zusammengebaut werden können». Dort also, wo Entscheidungen vom Menschen an den Computer delegiert werden. Dort, wo wir heute stehen.
Zum Autor und Buch
David Gugerli, geboren 1961, studierte Geschichte und Literaturwissenschaften. Nach seiner Promotion in Geschichte und diversen Auslandaufenthalten habilitierte er 1995 an der Universität Zürich. 1997 wurde Gugerli als Assistenzprofessor an die ETH Zürich berufen, wo er seit 2001 ordentlicher Professor für Technikgeschichte ist.
David Gugerli: Wie die Welt in den Computer kam. Zur Entstehung digitaler Wirklichkeit.
Verlag S. Fischer, Frankfurt am Main, 2018, 256 Seiten, 39.90 Franken
Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich bei «ETH-News» erschienen.

Autor(in) Roland Baumann, ETH-News

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