Im Gespräch mit Gartners Annette Zimmermann 17.01.2018, 07:00 Uhr

Die KI-Trends für 2018

Immer mehr Firmen beschäftigen sich mit Künstlicher Intelligenz. Annette Zimmermann von Gartner berichtet im Gespräch mit Computerworld, welche KI-Trends das Analystenhaus für 2018 erwarten.
(Quelle: chombosan / shutterstock.com)
Künstliche Intelligenz (KI) war 2017 ein grosses Thema in der IT-Branche. Auch in diesem Jahr werden viele Unternehmen die Entwicklung in diesem Bereich weiter vorantreiben. Neben Neuerungen für die Industrie soll es auch Fortschritte im Consumer-Bereich geben.
Annette Zimmermann arbeitet als Research Vice President bei Gartner und berichtet im Gespräch mit Computerworld, welche Neuerungen die Branche im Jahr 2018 erwarten.
Computerworld: Frau Zimmermann, geben Sie uns eine Einschätzung. Was erwartet uns beim Thema KI in 2018?
Annette Zimmermann ist Research Vice President im Bereich Personal Technologies beim Analysten-Haus Garnter.
(Quelle: Zimmermann)
Annette Zimmermann:
Es gibt natürlich viele verschiedene Bereiche, die von den Entwicklungen in der KI betroffen sind. Smartphones etwa. Grundsätzlich gilt hier, dass der Markt allmählich gesättigt ist, was ganz normale Geräte angeht. Vor ein paar Jahren hatten wir noch Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich. Mittlerweile liegen wir hier jedoch bei gerade einmal vier bis fünf Prozent. Ein Grund dafür ist, dass auch Schwellenländer inzwischen grossflächig mit Smartphones versorgt sind. Der Markt lebt inzwischen primär von Replacements. Es gibt schlicht kaum noch Menschen, die kein Smartphone besitzen. Als letzten grossen Markt gilt es nur noch Indien zu erobern. Oder auch einige afrikanische Länder und den mittleren Osten.
Für die Hersteller heisst das, dass sie sich etwas Neues einfallen lassen müssen, um die Geräte noch interessanter zu machen. Dabei geht es vor Allem um den Consumer Markt. Das Verhältnis von Konsumenten zu Enterprise liegt ungefähr bei 80:20. Die meisten Hersteller sehen die Chance hierbei in der KI.

Wie sieht die Kommunikation in 10 Jahren aus? Laut einer Umfrage des Schutzhüllenspezialisten OtterBox halten die 2864 Befragten die Videotelefonie (23,6%) sowie die klassische Voice-Kommunikation (23,6%) und Textnachrichten (21,5%) für am wahrscheinlichsten. Kommunikation über 3D-Hologramme und Treffen in virtuellen Welten können sich deutlich weniger Umfrageteilnehmer vorstellen.

Computerworld:
Aber KI ist ja nicht gleich KI, oder? Das geht ja von nützlichen Anwendungen bis hin zu Spielen und auch Werbung.
Zimmermann: Zunächst einmal gibt es verschiedene KI-Technologien. Die Einfachste ist das Shallow-Learning. Es kommt zum Beispiel bei einfachen virtuellen persönlichen Assistenten oder Chatbots zum Einsatz. Hier werden nur sehr begrenzte Funktionen benötigt. Anders ist da etwa der Google Assistant. Hier sprechen wir schon von Deep Learning, also dedizierten neuronalen Netzwerken. Im Vergleich zu manch anderen KIs kann der Google Assistant eben nicht nur mit «Ja» oder «Nein» antworten. Wenn man sich hier das Ranking anschaut, ist der Google Assistant eigentlich am «intelligentesten». Sogar noch besser als Alexa. Irgendwo dahinter finden sich dann Siri und ganz zum Schluss Bixby. Zusammengefasst lässt sich aber trotzdem sagen, dass die Entwicklung in diesem Bereich noch nicht besonders weit ist.
KI kommt aber auch dann zum Einsatz, wenn es etwa um verschiedene Authentifizierungs-Vorgänge geht. Ich denke hierbei vor allem an die Gesichtserkennung wie zum Beispiel bei Apples FaceID. Aber auch andere biometirische Authentifikations-Systeme setzten auf KI. Die KI ist bei diesen Geräten direkt mit dem Kamera-System verbunden. Nicht nur zur Authentifizierung, sondern auch für Foto- und Videoaufnahmen. Mithilfe von KI kann zum Beispiel direkt bei der Aufnahme die Tiefenwirkung verbessern oder den Fokus «on the fly» optimieren. Grundsätzlich kann man sagen, dass immer mehr Mainstream Bereiche KI verwenden werden.


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