Smartphone als Schlüssel 05.02.2018, 10:09 Uhr

Zuger Firma TIW will Schliessmarkt aufmischen

Die Zuger Firma TIW will mit dem elektronischen Schliesssystem «Ausweis» den Markt für Türschlösser und Zugangssysteme umkrempeln.
Mit «Ausweis» lässt sich über eine App verschiedentlich Zugang verschaffen
(Quelle: TIW)
Die in Cham bei Zug beheimatete Technologiefirma TIW peilt ein kräftiges Wachstum an: Nach der Lancierung der Messenger-App Drotr im vergangenen Jahr will das Start-up mit dem neuen elektronischen Schliesssystem «Ausweis» den Schliessmarkt aufmischen.
Bis Ende Jahr wolle TIW den Personalbestand auf rund 300 Mitarbeiter mehr als verdreifachen, erklärte TIW-Chef Eugen von Rubinberg am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Derzeit beschäftigt das Start-up mit Sitz in Cham ZG 90 Angestellte, davon 15 in der Schweiz. Die allermeisten Mitarbeiter sind in Kiew tätig, wo die IT-Spezialisten viel billiger sind als hierzulande.
Im laufenden Jahr wolle TIW (Technology improves the world) erstmals Umsatz machen. Wieviel das bis Ende Jahr sei, sei noch schwierig abzuschätzen, sagte von Rubinberg, der das Startup zusammen mit Drotr-Erfinder Alexander Konovalov besitzt. Alleine «Ausweis» solle 5 bis 6 Millionen Franken Umsatz in die Kasse spülen.

Handy öffnet Türen

Das elektronische Schliesssystem «Ausweis» solle Schlüssel oder Plastikkarten überflüssig machen, um Türen zu öffnen. Es reiche, das Handy an das Schloss zu halten, um hineingehen zu können, sagte von Rubinberg.
Der Nutzer erhalte die Zugangsberechtigung auf die Smartphone-App, welche die Daten mit einem Kontrollgerät an der Tür und der Datenwolke («Cloud») austausche. Dieser Datenaustausch sei mit einem mehrstufigen Sicherheitsverfahren stark verschlüsselt.
«Ausweis» sei kompatibel mit jedem beliebigen elektromechanischen und elektromagnetischen Schloss. Das System könne für die Wohnung, das eigene Haus, öffentliche Gebäude oder Hotels eingesetzt werden.

Die diesjährige CES stand ganz im Zeichen autonomer Fahrzeuge sowie entsprechender Systeme. Aber auch einige neue Geräte wie Notebooks und Smartphones konnten bestaunt werden.

Keine Parktickets mehr

Bei Büros sei das Schliesssystem auch mit einer Zeiterfasssung koppelbar, erklärte von Rubinberg. Dank einem Melder sehe man, wann wer gekommen und gegangen sei. Auch für Parkings oder Parkhäuser sei «Ausweis» verwendbar: So müssten die Autofahrer keine Tickets mehr ziehen.
Interessant dürfte «Ausweis» für Grosskonzerne mit vielen tausend Mitarbeitern sein oder für Hotels. Dort könnten Gäste gleich bei der Buchung die Zugangsberechtigung für ihr Zimmer aufs Smartphone erhalten und müssten nicht mehr an der Rezeption einchecken.
TIW hatte im vergangenen Frühsommer Schlagzeilen mit der Messenger-App Drotr gemacht, die Whatsapp den Kampf ansagt. Im Gegensatz zu Whatsapp bietet Drotr eine Simultanübersetzung. Diese funktioniert bei Gesprächen in 44 Sprachen, bei Textnachrichten gar in 104 Sprachen.


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