Rebbau 11.05.2021, 07:39 Uhr

Weinberg-Roboter «VineScout» steigert Ertrag

Spanische Forscher haben einen Roboter entwickelt, der im Rebbau eingesetzt werden soll. Das System basiert auf Künstlicher Intelligenz und gibt den Winzern Tipps zum Düngen, Bewässern und Ernten.
«VineScout» auf einer seiner Patrouillenfahrten im Weinberg
(Quelle: upv.es)
Forscher der Universitat Politècnica de València haben mit «VineScout» einen Roboter für Winzer entwickelt, der deren Ertrag steigern soll. Er ist mit einem Navigationssystem ausgestattet, das ihm bei der Orientierung im Weinberg hilft. Auch verbaut sind Sensoren, die die Farbe der Blätter und Trauben erfassen sowie ein Datenverarbeitungssystem, das auf einer KI-Datenbank basiert. Ein Vergleich der Blattfarbe mit der in der Datenbank abgelegten Sollfarbe gibt Aufschluss über den Zustand der Pflanzen und mündet in Handlungsanweisungen für den Winzer.

360'000 Daten pro Stunde

Der rollende Helfer sammelt völlig autonom die wichtigsten Daten im Weinberg. Er bestimmt den Reifegrad, prüft, ob die Reben bewässert werden müssen, ob sie planmässig wachsen oder mit Dünger nachgeholfen werden muss. VineScout kann zwei Tage lang unterwegs sein, ehe seine Batterien wieder aufgeladen werden müssen. Er ist transportabel und lässt sich in verschiedenen Weinbergen einsetzen.
Laut Francisco Rovira, Direktor des Labors für Agrarrobotik der Universität, erfasst der Roboter pro Stunde 12'000 Messpunkte. An jedem ermittelt er 30 unterschiedliche Daten. Bei einer manuellen Probenahme sind es allenfalls 40 Messpunkte pro Stunde. «VineScout ist sogar nachts aktiv», sagt Roviras Kollegin Verónica Saiz vom Labor für Agrarrobotik der Hochschule.

Robust und zuverlässig

Das System haben die Forscher in einem industriellen Fahrroboter installiert. Es könne auch in andere autonome landwirtschaftliche Geräte eingebaut werden, etwa in Erntemaschinen, Pflüge oder Sprühanlagen zum Pflanzenschutz, sodass die entsprechenden Tätigkeiten automatisiert ablaufen. "Ganz gleich, wie rau die Umgebungsbedingungen sind: Das System hat sich als äusserst robust und zuverlässig erwiesen", erläutert Rovira abschliessend.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte



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