Berührungssensoren 02.05.2023, 13:04 Uhr

Roboterhand packt auch im Dunkeln sicher zu

Die Roboterhand orientiert sich dabei laut den Entwicklern der Columbia University ausschliesslich mit Berührungssensoren, elektronische Augen kommen keine zum Einsatz. Zeitnahe Einsatzgebiete sind die Logistik und die Montage in Fabrikhallen.
Forscher der Columbia University haben eine Roboterhand entwickelt, die auch im Dunkeln arbeiten kann
(Quelle: Columbia University ROAM Lab)
Die geschickteste Roboterhand der Welt haben Forscher an der Ingenieursschule der Columbia University entwickelt. Ähnlich wie eine menschliche Hand orientiert sie sich, wenn sie etwas greifen oder manipulieren will, an dem, was sie fühlt. Auf diese Weise kann sie auch im Dunkeln arbeiten. Dazu haben die Entwickler einen fortschrittlichen Tastsinn mit motorischen Lernalgorithmen kombiniert. «Wir glauben, dass dieses Mass an Geschicklichkeit völlig neue Anwendungen für die Robotermanipulation in der realen Welt eröffnen wird», sagt Informatiker Matei Ciocarlie.

Training mit maschinellem Lernen

Ciocarlies Doktorand Gagan Khandate hat die Hand entwickelt, die fünf Finger und 15 Gelenke besitzt und sich unabhängig voneinander bewegen können. Jeder Finger verfügt zudem über Berührungssensoren. Das Drehen von Gegenständen in der Luft, ohne diese fallenzulassen, hat die Hand mittels «Deep Reinforcement Learning» trainiert. Die Infos zum Festhalten und Drehen des Objekts haben ausschliesslich die Berührungssensoren geliefert. Elektronische Augen standen der Hand nicht zur Verfügung. Khandate hatte zuvor die nötigen Bewegungen manuell per Computersimulation optimiert und dann auf die Steuerung der Roboterhand übertragen.
«Wenn wir der Roboterhand zusätzlich visuelle Infos zur Verfügung stellen, wird sie noch geschickter werden. Eines Tages wird sie so gut sein wie eine menschliche Hand», glaubt Ciocarlie. Die Geschicklichkeit der Roboterhand haben die Forscher anhand einer spiegelnden Kugel und eines L-förmigen Objekts demonstriert, welche die fünf Finger rotieren lassen mussten. Dabei sollten die Objekte immer sicher gehalten werden. Dies ist eine sehr schwierige Aufgabe, da zwei oder drei Finger ständig neu positioniert werden müssen, während die anderen das Objekt vor dem Absturz bewahren.

Lösung für Lieferkettenprobleme

Roboter, die mit dieser Hand ausgestattet sind, könnten in naher Zukunft in der Logistik eingesetzt werden und dazu beitragen, Probleme in den Lieferketten zu lösen, welche die Unternehmen in den vergangenen Jahren geplagt haben, meint Ciocarlie abschliessend. Auch in Fabriken könnten sie bei der Montage im wahrsten Sinne des Wortes Hand anlegen.



Das könnte Sie auch interessieren