29.08.2017, 07:00 Uhr

RFID-Drohnen machen Inventur

MIT-Forscher haben ein System entwickelt, bei dem Drohnen die Inventur in grossen Lagerhäusern übernehmen. Firmen sollen so etwa verloren gegangene Waren einfacher wiederfinden und viel Geld sparen können.
Für Inhaber von grossen Waren- und Lagerhäusern, wie sie beispielsweise im Versandhandel üblich sind, haben Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein System entwickelt, das die Inventur vereinfachen soll. Nötig sind dazu lediglich Drohnen und mit RFID-Chips ausgesattete Waren oder Boxen. Bei dem Inventursystem namens «RFly» sind es dann die Drohnen, die durch die Gänge fliegen und das mühsame Scannen der Waren übernehmen.

Forscher lösen Dilemma

MIT-Professor Fadel Adib und sein Team standen anfangs vor einem Dilemma. Sie konnten nur sehr leichte Drohnen mit Kunststoffflügeln einsetzen, um eine Verletzungsgefahr auszuschliessen, wenn die kleinen Fluggeräte mit Menschen kollidieren. Diese waren jedoch zu schwach, um ein Lesegerät zu transportieren. Dieses sendet pausenlos elektromagnetische Wellen aus, die von winzigen Spulen in den RFID-Codes empfangen werden. Die Spulen erzeugen Strom, der genutzt wird, um den Code ans Lesegerät zu schicken. Die Forscher haben sich eines raffinierten Tricks bedient, um aus der Zwickmühle herauszukommen. Sie nutzen die Drohne als Relaisstation. Sie empfängt die elektromagnetischen Wellen aus einem stationären Lesegerät und leitet sie weiter. Ebenso schickt sie die Antworten der Waren drahtlos an das Lesegerät.

Waren orten per Triangulation

Oft lassen sich Waren mit herkömmlichen Suchmethoden nicht wiederfinden – etwa, wenn sie versehentlich nicht am vorgesehenen Platz abgelegt werden. Die Verluste sind dabei riesig. Allein der US-Einzelhandelskonzern Walmart hat im Jahr 2013 drei Milliarden Dollar auf diese Weise verloren. Die Forscher haben das Problem im Prinzip mit der gleichen Methode gelöst, mit der auch Smartphones geortet werden – durch Triangulation. Die Drohne erfasst ein Objekt mehrfach. Aus den unterschiedlichen Winkeln lässt sich die jeweilige Position der Ware oder des Warenbehälters errechnen. Die MIT-Forscher bestimmen sie auf 19 Zentimeter genau – Verluste sind dabei ausgeschlossen. (Pressetext)


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