Energiekrise 08.09.2022, 14:22 Uhr

Cern würde bei Strommangellage Teilchenbeschleuniger abschalten

Als einer der grössten Energieverbraucher seiner Region hat auch das Cern einen Plan zum Stromsparen ausgearbeitet. Bei Bedarf würden zu Spitzenzeiten einzelne Teilchenbeschleuniger abgeschaltet. Der Large Hadron Collider soll jedoch weiterlaufen.
Bei Bedarf sollen einzelne Teilchenbeschleuniger abgeschaltet werden. Der LHC gehört, wenn möglich, jedoch nicht zu ihnen
(Quelle: Cern/Anna Pantelia)
Wegen der drohenden Mangellage will auch das Genfer Teilchenphysik-Forschungszentrum Cern beim Stromsparen mithelfen. Ein Plan wäre die Abschaltung einer Reihe ihrer Teilchenbeschleuniger während Zeiten mit besonders hohem Strombedarf. Im Bedarfsfall würde das den Verbrauch um bis zu 25 Prozent senken. Der Large Hadron Collider (LHC) soll aber, wenn möglich, weiterlaufen.
Das Cern gehört zu den grössten Stromfressern der Region. Sein Verbrauch von 200 Megawatt entspricht gut einem Drittel des Strombedarfs der Stadt Genf. Serge Claudet, der das Energiemanagement-Gremium am Cern leitet, ist sich dessen bewusst. Gegenüber dem «Wall Street Journal» sagt er dementsprechend: «Uns geht es wirklich um die Netzstabilität, denn wir tun alles, um ein Blackout in unserer Region zu verhindern».

Abschaltung der Teilchenbeschleuniger

Um auf seiner Seite Energie zu sparen, hat das Cern einen Plan erstellt. Dieser sieht zwar die Abschaltung einzelner Teilchenbeschleuniger vor, dabei soll der LHC im Optimalfall jedoch nicht vollständig stillgelegt werden. Zuerst würden einzelne der weiteren sieben Teilchenbeschleuniger abgeschaltet, die das Cern neben dem LHC betreibt. Der Grund dafür ist, dass ein plötzlicher Shutdown den milliardenteuren LHC empfindlich stören könnte.
Ein weiterer Teil des Plans des Cerns ist der laufende Dialog mit dem französischen Energieversorger EDF. Von hier soll im Idealfall eine 24 -stündige Vorwarnung kommen, bevor das Cern damit anfangen muss, Strom zu sparen. Das würde dem Cern erlauben, einzelne Beschleuniger bereits abzuschalten und den Stromverbrauch möglicherweise schon so weit zu reduzieren, dass der LHC weiterlaufen kann.



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