Gastbeitrag 17.10.2019, 08:45 Uhr

Was motivierte Fachkräfte brauchen

Was macht einen guten Job aus? Heute ist nicht mehr allein das Gehalt entscheidend. Wie man sich am Arbeitsplatz fühlt, wird zusehends wichtiger.
In einer Zeit, in der gut ausgebildete Fachkräfte nicht lange nach neuen Jobs suchen müssen, sollten Unternehmen eine angenehme Arbeitsumgebung und attraktive Technik bereitstellen
(Quelle: Digicomp )
Ein Faktor ist die Technologienutzung im Büro. Sie soll möglichst effizient sein und eine gelungene Employee Experience bieten.
Gut ausgebildete Fachkräfte zu finden und zu halten, ist keine leichte Aufgabe. Viele Unternehmen stehen aktuell vor grossen Problemen, wenn es um die Besetzung offener Stellen geht. In der Schweiz dürfte sich die Situation in den nächsten Jahren noch zuspitzen, wenn ein Grossteil der sogenannten Babyboomer-Generation in den Ruhestand geht. Würden genügend junge Arbeitskräfte nachrücken, wäre dies kein Problem. Genau das ist allerdings nicht der Fall und Unternehmen werden in Zukunft einen noch stärkeren Wettbewerb um Talente auf dem Arbeitsmarkt erleben. Lange stand die Customer Experience im Fokus der Geschäftstätigkeit. Es galt: «Der Kunde ist König.» Doch nun sind die Mitarbeiter an der Reihe. Denn Unternehmen, die es schaffen, loyale Arbeitskräfte an sich zu binden, generieren in Zeiten des Fachkräftemangels einen echten Wettbewerbsvorteil.

Kluft zwischen den Generationen

Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer oft ihr gesamtes Berufsleben in ein und demselben Unternehmen verbrachten, sind vorbei. Loyalität in der Belegschaft zu schaffen, fällt heute auch deshalb oft schwer, weil junge Arbeitnehmer häufig völlig andere Ansprüche haben als ihre Eltern. Flexibilität, Work-Life-Balance und andere «weiche Faktoren» werden neben dem Verdienst zunehmend zu Entscheidungskriterien für die Jobauswahl.
Hinzu kommt, dass die jüngeren Generationen, als sogenannte Digital Natives, auch bei der Technik ganz andere Ansprüche haben als ihre Eltern. Digitale Technologien sind für sie von klein auf eine Selbstverständlichkeit, ebenso Mobilität. Gerne nutzen sie die Zeit, die sie beispielsweise beim Pendeln im Zug verbringen, um schon einmal ihre Mails zu lesen. Auf solche veränderten Arbeitsgewohnheiten müssen sich Unternehmen einstellen und den Mitarbeitenden entsprechende Lösungen bereitstellen.

Zufriedenheit fördert Produktivität

Es muss gar nicht so weit kommen, dass Mitarbeiter kündigen, weil sie unzufrieden sind. Wer nicht gerne in einem Unternehmen arbeitet, ist unproduktiver als zufriedene Kollegen. Eine Umfrage von Citrix unter europäischen Führungskräften ergab, dass ein Drittel der Teilnehmer denkt, engagierte Mitarbeiter würden die Kundenzufriedenheit steigern. Vier von zehn Befragten erwarten, dass sich die Produktivität dadurch erhöht. Ein Viertel hält sogar die Steigerung von Kreativität und Innovationskraft für wahrscheinlich. 32 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass sich eine optimierte Employee Experience in treueren Mitarbeitern niederschlägt, was wiederum auch die Kosten für die Personalsuche und -gewinnung reduziert. 22 Prozent sehen in einer guten Employee Experience einen Pluspunkt beim Anwerben neuer Mitarbeiter.

Was die Employee Experience auszeichnet

Was macht nun aber diese Employee Experience konkret aus und wer kann sie beeinflussen? Den grössten Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter hat laut Umfrage das Management eines Unternehmens. So sind 46 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Führungskultur der wichtigste Faktor sei. 40 Prozent nannten eine flexible Arbeitsgestaltung in Bezug auf Arbeitszeit und -ort sowie fast ein Drittel (29 Prozent) eine hervorragende Gestaltung des Arbeitsplatzes als zentrale Merkmale. Zu einem modernen Arbeitsplatz und einer optimalen Gestaltung der Arbeitsabläufe gehören auch technische Aspekte. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Befragten sehen die technische Ausstattung unter den Top-3-Schlüsselfaktoren für eine gelungene Employee Experience. Um unterwegs flexibel und trotzdem sicher arbeiten zu können, benötigt man schliesslich in erster Linie die richtige Technik.
Einfache Lösungen zählen aber auch im Büro zu den grössten Wünschen der Belegschaft. 43 Prozent der Befragten sehen den einfachen Zugang zu Informationen als Priorität. Die Nutzerfreundlichkeit von Anwendungen beeinflusst für vier von zehn Umfrageteilnehmern die Employee Experience. All das ist leider nicht der Fall, wenn Daten in versteckten Silos liegen oder noch auf Papier in diversen Ordnern abgeheftet sind.

Einfache UX: Zu Hause und bei der Arbeit

(Unterhaltungs-)Elektronik, die wir heute fast alle im Privatleben nutzen, ist auf eine möglichst einfache Bedienung ausgelegt. Ein Wisch genügt, um das Video vom Handy auf dem Fernseher fortzusetzen. Smarten Lautsprechern genügen wenige Worte, um die Lieblingsmusik abzuspielen. An diese einfache Nutzererfahrung gewöhnt, tun sich Mitarbeiter mit hochkomplexen Anwendungen im Büro schwer und fragen sich, ob es nicht auch anders geht. Das haben bereits viele Führungskräfte erkannt und dementsprechend denkt etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmenden, dass eine gute Employee Experience auch von einer Consumer-artigen Nutzererfahrung abhängt.
Ein weiterer Bremsklotz sind komplizierte Verfahren für das Login, bei denen man sich unzählige Passwörter merken muss. Derartige Abläufe kosten Anwenderinnen und Anwender unnötig Zeit und Nerven. Stattdessen sollten Unternehmen einen modernen digitalen Arbeitsplatz bereitstellen, der über einfache Authentifikationsmöglichkeiten mit Single Sign-on verfügt und dennoch sicher ist.

HR- und IT-Abteilung müssen sich vernetzen

Die Art und Weise, wie Mitarbeiter Technologie nutzen, wirkt sich heute also zunehmend auf ihre Zufriedenheit im Arbeitsalltag aus. Das bedeutet, dass sich auch Personalverantwortliche im Unternehmen mit der Thematik befassen müssen. Sie sollten Augen und Ohren offenhalten, um zu sehen, wo es Probleme mit der Technologie gibt und wie das die Zufriedenheit der Mitarbeiter betreffen könnte. Um eine Schnittstelle zwischen IT- und Personalabteilung zu schaffen, ist es auch eine Möglichkeit, Experten mit einem interdisziplinären Hintergrund einzustellen, die über Erfahrungen sowohl im Personalbereich als auch auf der technischen Seite verfügen. Bereits über die Hälfte der von uns untersuchten Unternehmen hat dies bereits getan.
Citrix Day 2019
Von modernen IT-Lösungen können sich Interessierte am Citrix Day von Digicomp, Citrix und BCD-Sintrag am 12. November bei Digicomp in Zürich überzeugen. Präsentiert werden Kundenstorys lokaler Citrix-Kunden und -Partner sowie Case Studies und Technologieeinführungen durch Citrix-Experten.
Anmelden kann man sich unter: www.digicomp.ch/citrixday

Fazit

IT-Technologie ist in der modernen Geschäftswelt viel mehr als eine blosse Unterstützung. Ganze Geschäftsmodelle wären ohne sie undenkbar. Software generiert Werte und hat einen grossen Einfluss auf den Arbeitsalltag von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Wenn hier umständliche Prozesse lauern oder wichtige Funktionen nicht verfügbar sind, birgt das einiges Frustrationspotenzial für die Angestellten. Neben dem zwischenmenschlichen Aspekt ist Employee Experience immer mehr auch eine Frage der richtigen Technik. In einer Zeit, in der gut ausgebildete Fachkräfte nicht lange nach neuen Jobs suchen müssen, sollten Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine Umgebung und Technik bereitstellen, mit der sie gut, gerne und produktiv arbeiten.
Der Autor
Steve Mayer
Citrix Schweiz
Steve Mayer ist Country Manager Schweiz bei Citrix. www.citrix.ch

Autor(in) Citrix Schweiz

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