Firmenfachbeitrag 23.09.2019, 08:00 Uhr

Lohnt sich der Weg in die Wolken?

Steigen Unternehmen auf die Cloud um, lautet die bevorzugte Strategie Multi-Cloud. Wer sich jedoch himmelwärts auf den Weg macht, sollte vorab klar die damit verbundenen Ziele definieren, um den Mehrwert der Cloud auch voll ausschöpfen zu können.
Auf der Schnellstrasse in die Multi-Cloud gilt es, frühzeitig Ziele zu definieren und eine Strategie festzulegen
(Quelle: Pexels; freie Lizenz )
Welche Intention hinter der Entscheidung für die Cloud steckt, beeinflusst stark die Implementierung der Cloud-Strategie innerhalb der eigenen Geschäftsprozesse und bedingt ihre Effektivität. Die Mehrheit der Unternehmen verfolgt dabei zwei oder drei klar abgesteckte Ziele.

Tempo aufnehmen bei der Bereitstellung

Ein ausdrückliches Ziel der Cloud ist für viele die schnelle Anwendungsbereitstellung. Entwickler wie Mitarbeiter erhalten nahezu sofortigen Zugriff auf Rechenressourcen. Cloud Computing eignet sich zudem hervorragend für neue DevOps-Methoden, die Übergaben und Verzögerungen zwischen Entwicklungsteams und IT verkürzen. Statt also vier bis zwölf Wochen auf den Abschluss von IT-Bereitstellungszyklen zu warten, können Unternehmen deutlich schneller auf Marktchancen reagieren. Ein schöner Nebeneffekt: Mit der schnellen und einfachen Bereitstellung dringend benötigter Anwendungen lässt sich auch das altbekannte Problem der Schatten-IT wirksam angehen.
Tipp: Setzen Sie sich ein Ziel von weniger als einer Stunde für die Bereitstellung der Infrastruktur. Definieren Sie Richtlinien, z. B. Budgetkontingente oder Sicherheitsregeln, damit die überwiegende Mehrheit der Anfragen (über 80 %) automatisch und in wenigen Minuten bereitgestellt werden kann. Verwenden Sie Genehmigungsprozesse nur in Ausnahmefällen.

Infrastrukturkosten senken

Computing-Ressourcen zu kleinem Preis beziehen, flexibel nutzen und Überkapazitäten reduzieren – der Kostenfaktor ist eines der schlagenden Argumente für die Cloud. Cloud-Anbieter können über ihren Grössenvorteil günstige Konditionen bieten und mit zusätzlichen integrierten Open-Source-Technologien locken. Das kommt für Unternehmen in den meisten Fällen deutlich günstiger, als selbst voll ausgelastete Rechenzentrumsressourcen bereitzustellen. Cloud-Ressourcen – insbesondere in der Public Cloud – erlauben zusätzliche Flexibilität, um Kapazitäten jederzeit leicht anzupassen.
Tipp: Nutzen Sie öffentliche Clouds für Workloads, die erweitert und verkleinert werden müssen oder die nur für einen begrenzten Zeitraum genutzt werden (z. B. Entwicklung, Test und Batch). Obwohl private Clouds niedrigere Kosten für 24×7-Workloads mit konstanter Nachfrage haben können, ist es unwahrscheinlich, dass sie für variable Workloads günstiger sind. Bei diesem Ansatz wird das Grundgerüst gekauft und in Spitzenzeiten werden zusätzliche Ressourcen gemietet.

Automatisierungsgrad erhöhen

Je höher der Automatisierungsgrad, desto höher die Effizienz. Das gilt auch bei der Cloud. Cloud-Management-Systeme können IT-Teams zahlreiche manuelle Prozesse über den ganzen Produktlebenszyklus einer Anwendung abnehmen – von der Entwicklung über die Bereitstellung bis hin zur Nutzung und Deinstallation. Selfservice-Portale vereinfachen die Bereitstellung, reduzieren Support-Anfragen und stellen gleichzeitig sicher, dass die von der IT festgelegten Richtlinien und Parameter voll und ganz erfüllt werden. Das erspart zudem böse Überraschungen in Bezug auf Compliance und Sicherheit.
Tipp: Geben Sie Entwicklern einen Selfservice-Zugang zu Standardtechnologie-Stacks an die Hand. Ermöglichen Sie es ihnen, Entwicklungsumgebungen innerhalb von Kosten- oder Kapazitätskontingenten sofort bereitzustellen.

Erschliessung neuer Märkte

Mobile, Web und Gaming – der Erfolg der Cloud begann mit hochskalierbaren und globalen Anwendungen. Sie gehörten zu den Ersten, die sich die Vorteile der Cloud zu eigen machten und Infrastrukturen in einem Umfang bereitzustellen, der bisher nur für sehr grosse Unternehmen möglich war. Es ist sinnvoll, sich diese Anfangszeiten in Erinnerung zu rufen, um das Potenzial von Cloud Computing jenseits von Effizienz- und Kostengründen zu erfassen. Nach wie vor ist es für Unternehmen nicht einfach, ihr Geschäft durch den Einsatz neuer Technologien auszubauen – sowohl auf Kapitalseite als auch hinsichtlich geografischer oder physischer Einschränkungen.
Der schnelle Zugang zu öffentlichen Clouds, gepaart mit der Fähigkeit, Dienstleistungen und Produkte in neuen Regionen anzubieten, ermöglicht es Unternehmen, neue Kunden zu erreichen und neue Märkte zu erschliessen. Die Cloud unterstützt zudem neue Webanwendungen in zahlreichen Branchen, von Finanzdienstleistungen über den Technologiesektor bis hin zum Einzelhandel.
Tipp: Erstellen Sie eine Liste bestehender, geplanter oder gewünschter Anwendungen, welche die Vorteile der globalen Bereitstellung, neuer Regionen oder Web-Scale-Anwendungen nutzen können. Geben Sie diesen Anwendungen oberste Priorität beim Umstieg auf die Cloud.

Mehr Investitionsflexibilität

Bisher hatten Unternehmen zwei Möglichkeiten, die technologischen Anforderungen ihres Geschäfts zu erfüllen: teure Rechenzentren errichten oder die Vorteile herkömmlicher Outsourcing- oder Hosting-Anbieter nutzen. Beide Möglichkeiten erforderten in der Regel einen langfristigen und teuren Ressourceneinsatz – sei es beim Aufbau einer eigenen Infrastruktur oder bei einem langfristigen Vertrag über Outsourcing oder Hosting. Eine Multi-Cloud-Management-Architektur gibt Unternehmen deutlich mehr Flexibilität bei solchen Investitionsentscheidungen.
Tipp: Welches Finanzanlagemodell für die Infrastruktur ausgewählt wird – Kapitalaufwand (CapEx) oder Betriebskosten (OpEx) – hängt von Ihrem Unternehmen ab. Während die anfängliche Nutzung der öffentlichen Cloud in erster Linie On-Demand und somit OpEx war, nutzen Anwender der öffentlichen Cloud nun gelegentlich langfristige Verträge und Nutzungsrabatte, um zu einem CapEx-Modell überzugehen.

Anbieterbindung versus Standardisierung

Oft werden standardmässig bestimmte Technologien eingesetzt, um die IT-Komplexität zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Der Nachteil besteht darin, dass Unternehmen so an einen bestimmten Anbieter gebunden sind. Ohne die realistische Möglichkeit, andere Clouds zu nutzen, haben sie so wenig Spielraum, wenn Preise, Rabatte, Funktionen oder Servicelevels nicht mehr den Anforderungen entsprechen.
Tipp: Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn Sie in der Multi-Cloud zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern und -Umgebungen wählen und wechseln. Das heisst nicht, dass Sie keine nativen Dienste eines bestimmten Cloud-Anbieters nutzen können. Sie sollten lediglich auf eine pragmatische Migrationsstrategie zurückgreifen können, um auch in Zukunft den Provider wechseln zu können.
Grundsätzlich gilt: Wer sich für die Cloud entscheidet, muss auch auf Unternehmensseite Flexibilität mitbringen. Denn die Cloud und ihre Mitspieler entwickeln sich stetig weiter. Obwohl AWS schon früh Marktführer wurde, holt Microsoft Azure langsam auf und auch die Google Cloud Platform wächst schnell. Oracle Cloud steckt noch in den Kinderschuhen, agiert aber aggressiv, um sich im IaaS-Markt zu etablieren, und Alibaba Cloud ist in Asien stark und möchte weltweit wachsen. Unternehmen werden in diesem heiss umkämpften Markt sicherstellen wollen, dass sie auch langfristig mit den von ihnen gewählten Lösungen und Anbietern ihre Anforderungen erfüllen können.
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Autor(in) Flexera Software

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